Unglück über Kongo: 130 Passagiere aus Flugzeug gesogen
publiziert: Freitag, 9. Mai 2003 / 17:02 Uhr

Kinshasa - Bis zu 130 Passagiere sind bei einem Flugzeugunglück aus der offenen Tür einer Frachtmaschine über Kongo gerissen worden und in die Tiefe gestürzt. Einzig die Cockpit-Besatzung überlebte den Unfall.

Eine russische Frachtmaschine des Typs Iljuschin 76.
Eine russische Frachtmaschine des Typs Iljuschin 76.
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Kurz nach dem Start in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa habe sich die Frachtklappe am Heck des Flugzeugs geöffnet, erklärte ein Militärsprecher in Kinshasa. Die Tür öffnete sich, nachdem das Drucksystem versagte, berichtete er. Der Unfall habe sich in 2200 Metern Höhe ereignet.

Alle Insassen wurden vom Sog aus der Maschine gerissen. Der russische Pilot sei nach dem Unfall umgedreht und habe den Flieger landen können, sagte der Militärsprecher weiter.

Die viermotorige Iljuschin 76 war von der kongolesischen Armee für einen Flug in die südliche Stadt Lubumbashi gechartert worden. In Lubumbashi, der zweitgrössten Stadt des Landes, unterhält die Armee eine grosse Militärbasis.

Nach Angaben des Militärsprechers waren an Bord Mitglieder einer Polizeieingreiftruppe und ihre Familien. Es war zunächst unklar, wie viele Menschen an Bord der Maschine russischer Bauart waren. Aus russischen Luftfahrtskreisen verlautete, es seien wohl 129 Menschen gewesen. Andere Quellen sprachen von bis zu 200 Passagieren.

In der Demokratischen Republik Kongo kommt es immer wieder zu schweren Flugzeugunglücken. Das bislang folgenschwerste ereignete sich im Januar 1996. Damals musste die Besatzung einer überladenen russischen Antonow den Start vom Flughafen Kinshasa abbrechen.

Die Maschine raste in einen belebten Markt, der direkt neben der Startbahn aufgebaut war. Nach offiziellen Angaben starben damals 365 Menschen, inoffizielle Schätzungen gingen von mehr als 800 Todesopfern aus.

(bert/sda)

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