Unia und Botschaften warnen vor übereilter Rückkehr
publiziert: Montag, 4. Dez 2006 / 14:17 Uhr

Bern - Neue Bestimmungen in der beruflichen Vorsorge beunruhigen die EU- Migranten in der Schweiz. Die Gewerkschaft Unia befürchtet einen Exodus und warnt deshalb vor einer übereilten Rückkehr.

Betroffen von der Neuregelung sind sämtliche Arbeitnehmer aus EU-Ländern, die in der Schweiz tätig sind.
Betroffen von der Neuregelung sind sämtliche Arbeitnehmer aus EU-Ländern, die in der Schweiz tätig sind.
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Als Folge des Abkommens über den freien Personenverkehr können Migranten aus EU-Ländern ab 1. Juni 2007 ihr Pensionskassenkapital bei einer Rückkehr in die Heimat nicht mehr in jedem Fall in bar auszahlen lassen, wie Vertreter der Unia und der Botschaften Italiens, Spaniens und Portugals in Bern erklärten.

Betroffen sind Arbeitnehmer aus der EU, die vor der Pensionierung zurückkehren und in der Heimat weiterhin beruflich tätig sind.

Ihre Pensionskassenguthaben in der Schweiz kommen ab 1. Juni auf ein Sperrkonto und können erst nach Beendigung der Arbeitstätigkeit bezogen werden.

Migranten ziehen Kündigung in Betracht

Es gebe viele Migranten in der Schweiz, die wegen der neuen Regelung eine Kündigung in Betracht zögen, sagte Rita Schiavi, Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Unia.

Ein solcher Entschluss sei aus ihrer Sicht jedoch falsch, da die Änderung längst nicht alle Migranten betreffe.

Ein Befund, den auch die Attachés für soziale Sicherheit der Botschaften Italiens, Spaniens und Portugals teilen.

Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, bloss wegen einer Ausnahme, in der das Kapital nicht mehr ausbezahlt werden könne, sagte Sara Centanni, die Vertreterin der italienischen Botschaft.

Manuel Matos, Sozialattaché der portugiesischen Botschaft, machte die Pensionskassen für die Verwirrung unter den EU-Migranten verantwortlich. Viele Kassen hätten ihren Versicherten fälschlicherweise mitgeteilt, dass eine Auszahlung des Pensionkassenkapitals ab 1. Juli überhaupt nicht mehr möglich sei.

Betroffen von der Neuregelung sind sämtliche Arbeitnehmer aus EU-Ländern, die in der Schweiz tätig sind. In gleicher Weise betreffen die Bestimmungen jedoch auch Schweizer, die in die EU auswandern. Die Unia will in den nächsten Tagen vermehrt über die Thematik informieren.

(li/sda)

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