Unklarheiten bei Londoner Polizei
publiziert: Mittwoch, 17. Aug 2005 / 11:42 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Aug 2005 / 12:08 Uhr

London - Neue Informationen zu der irrtümlichen Erschiessung des Brasilianers Jean Charles de Menezes belasten die Londoner Polizei stark.

Jean Charles de Menezes hatte sich nicht auffällig benommen. (Archiv)
Jean Charles de Menezes hatte sich nicht auffällig benommen. (Archiv)
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Britische Zeitungen widerlegten bisherige Angaben der Polizei, wonach der Brasilianer sich verdächtig verhalten hätte. Der Elektriker Jean Charles de Menezes war von der Polizei am 22. Juli fälschlicherweise für einen Selbstmordattentäter gehalten und erschossen worden.

Unmittelbar danach sagte Scotland Yard, der 27-Jährige habe sich verdächtig gemacht, weil er trotz mehrfachen Zurufens nicht stehen geblieben und über die Absperrung einer U-Bahn-Station gesprungen sei. Ausserdem habe er trotz Sommerwetters einen dicken Mantel getragen, unter dem er Sprengstoff hätte verstecken können.

Alles gelogen

Doch wie alle grossen britischen Zeitungen heute unter Berufung auf interne Polizeidokumente berichteten, steht inzwischen fest, dass all das nicht stimmt.

Befragungen der beteiligten Polizisten durch die Beschwerdestelle von Scotland Yard hätten ergeben, dass Menezes zu keinem Zeitpunkt davongerannt sei. Er habe die U-Bahn-Station ganz normal durch Öffnen der Schranke mit seiner Fahrkarte betreten, sich noch eine Gratiszeitung genommen und dann in eine wartende U-Bahn gesetzt.

Keinen Wintermantel, kein Widerstand

Dort sei er von den Polizisten gepackt und - obwohl er keine Gegenwehr geleistet habe - mit einer ganzen Salve gezielter Schüsse getötet worden. Er habe auch keinen Wintermantel, sondern eine leichte Jacke getragen.

Harriet Wistrich, die Anwältin der Angehörigen von Menezes, sagte zu den Berichten, dies weise auf den Versuch hin, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Scotland Yard lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf die laufende Untersuchung ab.

(fest/sda)

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