Zusammenstösse am Jahrestag
Unruhen in Bahrain flammen wieder auf
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2012 / 13:36 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Feb 2012 / 23:09 Uhr

Manama - Am Jahrestag des Beginns der Proteste in Bahrain hat die Polizei des Golfemirats hunderte schiitische Demonstranten mit Gewalt auseinander getrieben. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas- und Blendgranaten gegen die Demonstranten vor, wie Augenzeugen am Dienstag berichteten.

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"Nieder mit Hamad", riefen die überwiegend jungen Demonstranten mit Blick auf den Monarchen. Sie waren einem Aufruf der radikalen Gruppe "Jugend des 14. Februar" zu einem "Tag der Rückkehr" gefolgt und versuchten, auf den von Sicherheitskräften abgeriegelten Perlenplatz in der Hauptstadt Manama zu gelangen.

Die schiitischen Oppositionspartei Al-Wefak warf den Sicherheitskräften vor, mit einer Festnahmekampagne gegen die Protestbewegung vorzugehen. 13 Menschen seien am Dienstag in Haft genommen worden.

Die Regierung kündigte rechtliche Schritte gegen Al-Wefak an, welche die Kundgebung angemeldet hatte. Viele Demonstranten seien bei dem Protestmarsch von der autorisierten Route abgewichen. Al Wefak sei für die Gewalt verantwortlich, weil sie die Menge nicht im Griff gehabt habe, erklärte die Regierung.

König ruft zur Versöhnung auf

König Hamad Ben Issa Al-Chalifa rief Schiiten und Sunniten im Land in einer Rede zum Zusammenhalt auf. Er rühmte den "Geist des Zusammenhalts und der Wiedervereinigung" aller Teile des Volkes, wie die amtliche Nachrichtenagentur BNA berichtete. Zugleich forderte er die Menschen zu "ernsthaftem und aufrichtigem Handeln im Interesse des Vaterlandes und der Bürger" auf.

Das Land befinde sich noch immer im Reformprozess, sagte der König und versprach künftig eine bessere Kontrolle der Regierung durch eine gewählte Versammlung. Den Jahrestag des Protestbeginns erwähnte er nicht.

Schiiten in der Mehrheit

Die schiitische Opposition in Bahrain fordert die Umwandlung des Golfemirats in eine konstitutionelle Monarchie. Der König leitete eine Reihe von Reformen ein, die der Opposition jedoch nicht weit genug gehen.

Obwohl die Bevölkerung des Inselstaats zu etwa 70 Prozent schiitisch ist, wird sie seit Jahrhunderten von einer sunnitischen Dynastie beherrscht. Die Schiiten klagen über vielfältige Benachteiligungen im Alltag, etwa bei der Vergabe von Posten im öffentlichen Dienst.

 

(fest/sda)

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