Im ägyptischen Kabinett bilden sich Risse
Unruhen in Kairo rücken Militär ins Zwielicht
publiziert: Dienstag, 11. Okt 2011 / 18:20 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Okt 2011 / 18:40 Uhr
In Ägypten kehrt auch nach der Revolution noch keine Ruhe ein.
In Ägypten kehrt auch nach der Revolution noch keine Ruhe ein.

Kairo - Nach den blutigen Strassenkämpfen zwischen koptischen Christen und dem Militär wird in Ägypten nach den Schuldigen gesucht. Finanzminister Hazem al-Beblawi erklärte am Dienstag aus Enttäuschung über den Umgang der Übergangsregierung mit den Protesten seinen Rücktritt.

4 Meldungen im Zusammenhang
Al-Beblawi sei frustriert, dass die Regierung unfähig sei, mit den Protesten in Ägypten umzugehen, sagte einer seiner Mitarbeiter. Der Politiker habe in seinem Rücktrittsschreiben an Ministerpräsident Essam Scharaf erklärt, er könne "so nicht arbeiten".

In der Nacht auf Dienstag trugen die Kopten ihre Opfer der Gewalt zu Grabe. Ein machtvoller Trauerzug mit 20'000 Teilnehmern zog zur grossen koptischen Kathedrale im Stadtteil Abbasija, wo die Totenmesse gelesen wurde. Die Gebete für die getöteten Kopten wurden immer wieder von Rufen nach einem Ende der Militärregierung unterbrochen.

Bei den bisher schlimmsten gewalttätigen Zusammenstössen seit dem Sturz des autoritären Präsidenten Husni Mubarak im Februar seien 22 christliche Zivilisten, 3 Soldaten und ein Polizist ums Leben gekommen, hiess es am Dienstag aus Sicherheitskreisen in Kairo. Die Armee äusserte sich offiziell nicht zur Zahl der getöteten Soldaten.

Gesetzesrevision angekündigt

Den Ausschreitungen war am Sonntagabend eine friedliche Demonstration der Kopten vorausgegangen. Diese hatten dagegen protestiert, dass zehn Tage zuvor eine ihrer Kirchen in der südlichen Provinz Assuan von Muslimen niedergebrannt worden war.

Die Vereinigungen der koptischen Christen machten am Dienstag die Armeeführung für das Blutbad verantwortlich. "Das gewalttätige Vorgehen (der Soldaten) war schlimmer als das, was die israelische Armee mit den Palästinensern macht, die Kassam-Raketen abfeuern", hiess es in ihrer gemeinsamen Erklärung, die von der christlichen Zeitung "Watani" veröffentlicht wurde.

Die Armeeführung bestritt ihrerseits, dass die Militärpolizei bei den Zusammenstössen am Sonntag scharfe Munition eingesetzt habe. Dem widersprachen allerdings die ersten Obduktionsberichte, wonach zahlreiche Demonstranten an Schussverletzungen starben.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kairo - Einer der prominentesten ... mehr lesen
Abdel Fattah hatte dem Militär die Schuld an der Eskalation gegeben
Blick auf Kairo (Archivbild).
Kairo - Eine Kundgebung von ... mehr lesen
Kairo - Nach den schweren ... mehr lesen
Zusammenstösse in Kairo. (Symbolbild)
Kairo - Bei Zusammenstössen ... mehr lesen 5
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 7°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
St. Gallen 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Bern 6°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 6°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 7°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Lugano 5°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten