U-Boot
Untergang der Kursk weckt bei Russen Erinnerung an K-129
publiziert: Mittwoch, 23. Aug 2000 / 15:35 Uhr

Washington - Der Untergang des Atom-U-Bootes «Kursk» hat bei manchem altgedienten russischen Offizier erneut die Erinnerung an eine ähnliche Tragödie wachgerufen, die sich vor über 32 Jahren im mittleren Pazifik abspielte.

Am 11. März 1968 sank das sowjetische Atom-U-Boot «K-129» und genau wie bei der «Kursk» erklärte Moskau, das Boot sei mit einem fremden, vermutlich amerikanischen U-Boot zusammengestoßen. Heute wie damals bestritten die Amerikaner, etwas mit dem Unfall zu tun zu haben und sprachen - wie heute - von einer Explosion an Bord des sowjetischen Bootes. Die Russen haben diese Erklärung bis heute nicht akzeptiert und beschuldigen Washington nach wie vor, die wahren Umstände zu verschleiern.

Noch im vergangenen November, bei einem Treffen des gemeinsamen russisch-amerikanischen Ausschusses über Kriegsgefangene und vermisste Militärangehörige, spielte der Fall «K-129» eine wichtige Rolle. Wie einer der Teilnehmer sich erinnert, erregte er die Russen so, dass einer von ihnen den Amerikanern vorwarf, sich wie Kriminelle zu verhalten, die nach ihrer Überführung behaupteten, die Schuld müsse erst bewiesen werden. Die Familien der toten Seeleute warteten immer noch auf Informationen über die Schicksale ihrer Lieben, insistierte ein hoher russischer Teilnehmer. Seinerzeit hatten die Sowjets erklärt, die «K-129», im Westen bekannt als ein Boot der Golf-II-Klasse, sei von dem amerikanischen Atom-U-Boot «Swordfish» gerammt worden und mit 98 Mann Besatzung gesunken. Als wichtigen Beweis präsentierten sie den Umstand, dass die «Swordfish» nur sechs Tage nach dem Unfall auf einer japanischen Werft bei Nacht und Nebel wegen eines beschädigten Seerohrs repariert worden sei.

Dagegen sagten die Amerikaner, die «Swordfish» sei mit einer Eisscholle kollidiert und habe sich zum Zeitpunkt des Untergangs der «K-129» über 3.200 Kilometer vom Unglücksort entfernt befunden. Die russische Forderung, dies durch Vorlage des Logbuchs zu beweisen, wurde vom Pentagon allerdings abschlägig beschieden. Offenbar, so wurde auch von US-Militärseite unter der Hand eingeräumt, war die «Swordfish» vor und nach dem «K-129»-Unfall bei einigen höchst geheimen Operationen eingesetzt. Immerhin gaben die USA später zu, zu dem gesunkenen Boot getaucht zu sein und einige Teile des Wracks und sogar tote Seeleute geborgen zu haben. Die Amerikaner übergaben den Sowjets einen Videofilm mit Aufnahmen von der Seebestattung von sechs Besatzungsmitgliedern der «K-129», die 1974 von US-Tauchern geborgen worden waren.

Nach dem Untergang der «Kursk» erklärten die Russen wieder, die Tragödie sei vermutlich durch die Kollision des Bootes mit einem amerikanischen oder britischen U-Boot ausgelöst worden. Verteidigungsminister Igor Sergejew trat mit dieser Darstellung an die Öffentlichkeit und vertrat sie im Fernsehen. Wieder dementierten die USA und Sergejews Kollege William Cohen erklärte noch am Montag, in den Untergang der «Kursk» seien keine amerikanischen Schiffe verwickelt. Das russische Militär sehe den Westen eben immer noch als den Feind aus dem Kalten Krieg an, erklärt der Militärexperte Alexander Pikajew von der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden.

(sda)

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