Bundeshaushalt
Unternehmenssteuerreform III rechnet sich laut Gaillard
publiziert: Samstag, 23. Nov 2013 / 10:00 Uhr
Serge Gaillard, Direktor der Eidg. Finanzverwaltung
Serge Gaillard, Direktor der Eidg. Finanzverwaltung

Bern - Die Unternehmenssteuerreform III könnte laut dem Direktor der Eidg. Finanzverwaltung, Serge Gaillard, bei Bund und Kantonen zu einem Finanzloch von 1 bis 3 Milliarden Franken führen. Laut Gaillard rechnet sich die Reform dennoch, weil ohne sie noch höhere Ausfälle drohen.

3 Meldungen im Zusammenhang
Das aktuelle Steuerregime der Schweiz für multinationale Unternehmen werde von der Europäischen Union nicht mehr akzeptiert, sagte Gaillard im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Die Schweiz biete zwar «sehr attraktive Steuerregime». Aber diese seien diskriminierend, da sie ausländische Erträge tiefer belasten als inländische.

«Mit der Unternehmenssteuerreform III wollen wir international akzeptierte Regeln einführen und wettbewerbsfähig bleiben für international tätige Unternehmen», sagte Gaillard.

«Nicht einfach zu erklären»

Die Reform sei schwierig, aber sie lohne sich. Wenn es nicht gelinge, für die betroffenen Unternehmen wieder Rechtssicherheit zu schaffen, dürften die Ausfälle deutlich höher sein als ein bis drei Milliarden Franken.

Würde der Bund die Mehrwertsteuer erhöhen, um das durch die Unternehmenssteuerreform aufgerissene Finanzloch zu stopfen, wäre das den Konsumenten «nicht einfach zu erklären», sagte Gaillard weiter. «Zum Glück prüfen wir auch andere Wege, etwa eine systematischere Besteuerung der ausbezahlten Unternehmensgewinne.»

Das Polster ist weg

Zur Finanzsituation des Bundes sagte Gaillard im Interview, die Schweiz habe eine «ausgezeichnete Finanzlage». Doch die Einnahmen hätten in den letzten Jahren stagniert, während die Ausgaben weiter stiegen. «Damit ist das Polster der hohen strukturellen Überschüsse weg.»

Die Lage sei gut - «aber der Spielraum wird enger». Auf die Frage, ob die Politik zu spendabel sei, sagte Gaillard, nach sieben Jahren mit Überschüssen sei es «wahrscheinlich ganz normal, dass man glaubt, alles sei finanzierbar».

Zu spendables Parlament

Die Finanzverwaltung stelle fest, dass «jede Vorlage, die der Bundesrat ins Parlament schickt, viel teurer wieder herauskommt». Dies sei etwas bei der Bahnvorlage FABI «spektakulär» gewesen: Die Kosten der Vorlage stiegen nach Beratung im Parlament von 3,5 auf 6,4 Milliarden Franken.

Zähle man alle Wünsche der Politik zusammen, komme man auf einen Betrag, der nicht bezahlbar sei. «Wir müssen Prioritäten setzen», fordert Gaillard.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die geplante Unternehmenssteuerreform III würde bei Städten und Gemeinden zu massiven Steuerausfällen führen, warnt der Städteverband. Die Ausfälle werden auf über 1,5 Milliarden Franken geschätzt. mehr lesen 
Fordert neue Steuerprivilegien: Economiesuisse Geschäftsführer Pascal Gentinetta.
Zürich - Im Streit um die Holdingbesteuerung wird die Schweiz nach Ansicht der Economiesuisse früher oder später nachgeben müssen. Der Wirtschaftsdachverband fordert daher ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 ...
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das Parlament in der ausserordentlichen Session breit abgestützte Motionen überwiesen, um finanzielle Soforthilfe im Umfang von 57.5 Millionen Franken zu leisten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 zwei entsprechende Notverordnungen verabschiedet. mehr lesen 
Verbände Detailhandelsumsätze im März 2020  Bern - Die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 6,2% gefallen. Saisonbereinigt sind die nominalen Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 6,0% zurückgegangen. Infolge der COVID-19-Pandemie sind die Umsätze einiger Branchen stark eingebrochen. Dies zeigen die provisorischen Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS). mehr lesen  
Um die Medienbranche bei der digitalen Transformation zu unterstützen, sollen neu auch Online-Medien gefördert werden.
Auch die Online Medien sollen profitieren  Bern - Die Medien sind für unsere direkte Demokratie von zentraler ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 7°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 8°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 6°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 6°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 8°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 16°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten