Mahnung des Richters
Untersuchungshaft für Breivik verlängert
publiziert: Montag, 14. Nov 2011 / 09:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Nov 2011 / 16:15 Uhr
Attentäter Anders Behring Breivik bereut sein Verbrechen nicht.
Attentäter Anders Behring Breivik bereut sein Verbrechen nicht.

Oslo - Norwegens Justiz hat dem Massenmörder Anders Behring Breivik bei seinem ersten öffentlichen Gerichtstermin die erhoffte Bühne verweigert. Der zuständige Haftrichter unterband am Montag in Oslo Breiviks Versuch einer Erklärung, bevor er die Untersuchungshaft für den 32-Jährigen um zwölf Wochen verlängerte.

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Während der ersten acht Wochen würden Besuche und Korrespondenz stark beschränkt, entschied Richter Torkjel Nesheim. Der Entscheidung zufolge darf Breivik auch vier Wochen lang keinen Zugang zu Medien haben.

Aus Furcht, Breivik könne seinen Auftritt für die Verbreitung seines rechtsextremen Gedankenguts nutzten, ordnete die norwegische Justiz an, dass die Medien nicht unmittelbar über seine Aussagen berichten durften. Zudem war es verboten, Fotos oder Filmaufnahmen von dem Attentäter zu veröffentlichen.

Ermittlungen zu möglichen Komplizen

Breiviks Verteidiger Geir Lippestad sagte nach der Anhörung, er wisse nicht, was dieser im Gerichtssaal habe sagen wollen. Der Angeklagte hatte seine Taten in der Vergangenheit zwar gestanden, sich aber immer wieder überzeugt gezeigt, dass sie «notwendig» gewesen seien, um Norwegen zu schützen.

Breivik hatte am 22. Juli bei einem Massaker auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers getötet. Kurz zuvor hatte eine von ihm im Osloer Regierungsviertel platzierte Autobombe acht Menschen getötet.

Kein Ansturm vor Gericht

Breivik hatte ursprünglich bei der Anhörung lediglich per Videolink aus dem Hochsicherheitsgefängnis bei Oslo zugeschaltet werden sollen. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied aber am Freitag, dass er wie von ihm gewünscht persönlich erscheinen dürfe.

Der vom Gericht erwartete Ansturm beim ersten öffentlichen Erscheinen des Massenmörders blieb aus. Neben 170 Journalisten hatten sich auch zahlreiche Hinterbliebene von Opfern sowie Überlebende der beiden Anschläge Plätze im Hauptsaal des Osloer Amtsgerichts gesichert.

Hinterbliebene hatten vor dem Gerichtstermin in einer gemeinsamen Erklärung gegen einen von Medien erzeugten «Zirkus» um Breivik protestiert. Sie wandten sich auch dagegen, beim Haftprüfungstermin die Öffentlichkeit zuzulassen.

(bg/sda)

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