Unwetter in Russland fordert 22 Tote

publiziert: Freitag, 9. Aug 2002 / 20:30 Uhr

Moskau - Bei schweren Regenfällen an der russischen Schwarzmeerküste sind in der Nähe der Stadt Noworossijsk mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte fanden die Leichen von 16 ertrunkenen Campinggästen.

Der Regen sollte noch mindestens drei Tage andauern. Ein Wirbelsturm richtete am Freitag an der Schwarzmeerküste weiteren Schaden an. Sturzbäche aus dem angrenzenden Kaukasusgebirge hatten das Gebiet am Vortag überschwemmt.

Die Niederschlagsmenge von zwei Monaten war am Donnerstag binnen weniger Stunden auf das beliebteste russische Urlaubsgebiet 1500 Kilometer südlich von Moskau niedergegangen. Die Fluten erfassten Dutzende Touristen auf illegalen Campingflächen und spülten sie mit ihren Zelten in das Schwarze Meer.

Auch Autos wurden von der Wucht des Wassers fortgerissen. Zahlreiche Touristinnen und Touristen werden vermisst. Die genaue Zahl der Vermissten war schwer zu ermitteln, da sich viele Touristinnen und Touristen nicht angemeldet hatten.

Am Zypressen-Strand von Abrau-Djurso fanden Rettungskräfte am Donnerstag die Leichen von zwei ertrunkenen Feriengästen. Auch ein kleines Mädchen konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Im Gebiet Krymsk nördlich von Noworossijsk starben drei Menschen an den Folgen des Unwetters.

Bis zum Freitagnachmittag konnte keine Verbindung zu einem Zeltlager an der Küste mit 22 Kindern aus St. Petersburg aufgenommen werden. Präsident Wladimir Putin wies Zivilschutzminister Sergej Schoigu an, sich persönlich um die Arbeiten im Krisengebiet zu kümmern.

Etwa 1000 Menschen mussten auf Anweisung der Behörden die überschwemmten Küstenorte sowie die wilden Campingplätze verlassen.

(ms/sda)

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