Effekt besonders stark bei älteren und gebildeten Eltern
Unzufriedene Eltern wollen kein zweites Kind mehr
publiziert: Donnerstag, 6. Aug 2015 / 09:48 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Aug 2015 / 14:16 Uhr
Nach der ersten Geburt sind Eltern nicht selten unzufrieden.
Nach der ersten Geburt sind Eltern nicht selten unzufrieden.

Rostock - Je unzufriedener Eltern mit ihrem Leben unmittelbar nach der Geburt des ersten Kindes werden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie noch ein zweites Kind bekommen. Dies belegt eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR) für Deutschland. Der Effekt ist besonders stark für ältere und gebildetere Mütter und Väter.

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Die Zufriedenheit vieler Eltern im Jahr nach der ersten Geburt fällt sogar stärker als etwa durch Arbeitslosigkeit, Scheidung oder den Tod des Partners. «Die Erfahrung der Eltern während und nach der ersten Geburt bestimmen mit, wie gross die Familie am Ende wird», sagt Mikko Myrskylä, Demograf und neuer Direktor des MPIDR. «Politiker, die sich Sorgen um niedrige Geburtenraten machen, sollten darauf achten, dass es den jungen Eltern schon beim ersten Kind gut geht - und zwar rund um die Geburt und danach.»

Um die Zufriedenheit der Eltern zu ermitteln, nutzten die Forscher deren Selbsteinschätzung aus der Langzeitstudie «Sozio-oekonomisches Panel». Jedes Jahr bewerteten die etwa 20.000 Teilnehmer der Erhebung ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von null bis zehn (maximal zufrieden). Die befragten Mütter und Väter gaben an, im ersten Jahr ihrer Elternschaft unter dem Strich um 1,4 Einheiten weniger glücklicher zu sein als während der zwei Jahre davor.

Alter spielt eine entscheidende Rolle

Nur knapp 30 Prozent der Studienteilnehmer beschrieben gar keinen Verlust an Zufriedenheit. Über ein Drittel empfindet sogar ein Minus von zwei oder mehr Glücks-Einheiten. Das ist vergleichsweise viel: Durch Arbeitslosigkeit oder den Tod des Partners geht die Zufriedenheit gemäss internationalen Studien im Mittel nur um etwa eine Einheit auf derselben Glücks-Skala zurück, durch Scheidung sogar nur um 0,6 Einheiten. Die MPIDR-Berechnungen zeigen, wie sehr die Erfahrungen mit dem ersten Kind die Chancen auf ein zweites beeinflussen.

Unter 100 Eltern, die ein Minus von drei oder mehr Glücks-Einheiten beschrieben, bekamen nur 58 innerhalb eines Jahrzehnts ein zweites Kind. Empfanden die Eltern nach der Geburt des ersten Kindes dagegen keine Beeinrächtigung, gab es bei 66 von 100 Müttern und Vätern Geschwister. Der Anteil von Familien mit vier oder mehr Mitgliedern war also ohne Zufriedenheits-Verlust um fast 14 Prozent grösser. Die Einflüsse von Einkommen, Ehestatus oder Geburtsort wurden aus diesen Ergebnissen bereits herausgerechnet.

Besonders stark lassen sich Frauen und Männer bei der Entscheidung für weitere Kinder von ihrer Zufriedenheit beeinflussen, wenn sie mit 30 Jahren oder später Eltern wurden, und wenn sie mindestens zwölf Jahre Ausbildung hinter sich hatten. Das Geschlecht spielt dagegen keine Rolle, wie die statistische Analyse zeigt. «Beide Eltern haben gelernt, was es heisst, ein Kind zu haben», sagt Myrskylä. «Die älteren und gebildeteren könnten besonders gut in der Lage zu sein, ihre Familienplanung im Fall schlechter Erfahrungen noch zu ändern.»

(bg/pte)

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