Urheberfrage noch ungeklärt, El Kaida in Istanbul trotzdem im Fadenkreuz
publiziert: Montag, 17. Nov 2003 / 17:37 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Nov 2003 / 18:22 Uhr

Hamburg - Viele schwere Anschläge seit dem 11. September 2001 werden dem Terrornetzwerk El Kaida des saudischen Millionärs Osama bin Laden oder ihm nahe stehenden muslimischen Extremisten zugeschrieben. So ist es auch bei den Anschlägen in Istanbul.

Als Indiz für El Kaida als Urheber gilt, dass für Attacken etwa des Ausmasses der Anschläge von Istanbul eine wohlorganisierte Logistik und beträchtliche Geldmittel erforderlich sind. Auch Bekennerschreiben weisen schnell in diese Richtung. Deren Echtheit ist allerdings kaum nachzuweisen.

Nach Erkenntnissen der Geheimdienste ist El Kaida ein weltweit operierendes loses Netzwerk islamistischer Gruppen, die oftmals nach eigenem Ermessen handeln.

Trotz mancher Bekenntnisse gilt die Täterschaft von El Kaida nur in wenigen Fällen als wirklich erwiesen. Dazu zählen die verheerenden Terroranschläge vom 11. September 2001 und die Angriffe auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998.

Keine Beweise

Obwohl die türkischen Behörden laut Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan "noch nichts Konkretes" hatten, schrieben sie sogleich die Anschläge von Istanbul El Kaida zu. Dazu passte eine Bekenner-E-Mail, die der arabischen Zeitung "El Kuds el Arabi" in London zugeschickt wurde.

Angeblich hätten Kämpfer der Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden die Autobomben gezündet. Unklar bleibt, ob die Botschaft authentisch ist, und die nach dem 2001 getöteten El-Kaida-Militärplaner benannte Gruppe überhaupt existiert. Beweise für Verbindungen zu El Kaida gibt es nicht.

"Urheberfrage" oft ungeklärt

Trotzdem bleibt die "Urheberfrage" bei den letzten grossen Anschlägen verworren: So hatte sich bereits kurz nach dem Attentat vom 19. August auf das UNO-Gebäude in der irakischen Hauptstadt mit 23 Toten die el-Masri-Gruppe als Urheber gemeldet.

Als Terroristen am 8. November in der saudischen Hauptstadt einen von Ausländern bewohnten Häuserblock angriffen und 18 Glaubensbrüder töteten, galt Bin Ladens "teuflische" Organisation den Saudis eindeutig als Urheber.

Nicht El Kaida, sondern die ihr mutmasslich nahe stehende Organisation Gamaa el Islamija soll für das Blutbad auf der indonesischen Insel Bali mit 202 Toten verantwortlich sein. Es gibt aber ein Bekennerschreiben von Bin Ladens Organisation, die die Anschläge über einen Verbindungsmann organisiert haben will.

Verbindungen zu El Kaida werden auch Selbstmordattentätern nachgesagt, die am 8. Mai dieses Jahres in Casablanca (Marokko) 33 Menschen mit in den Tod rissen. Auch der Tunesier, der im April 2002 auf der Ferieninsel Djerba 21 Menschen tötete, soll die "Operation" im Auftrag El Kaidas ausgeführt haben.

(bsk, news.ch mit Agenturen)

 
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