Urknall-Experiment im Cern (mit Live-Cam)
publiziert: Dienstag, 30. Mrz 2010 / 09:21 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 30. Mrz 2010 / 11:15 Uhr

Genf - Der erste Kollisionsversuch am Teilchenforschungsinstitut CERN in Genf ist am Morgen verschoben worden. Die Protonenstrahlen, die durch den Teilchenbeschleuniger geschickt wurden, gingen verloren. Die Forscher rechnen mit ein paar Stunden Verspätung.

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Die Forscher hätten die Protonenstrahlen im Teilchenbeschleuniger LHC verloren, sagte CERN-Direktor Steve Myers im Live-Webcast des CERN. Es handle sich um ein elektrisches Problem, sagte ein anderer Beteiligter.

Laut den Physikern handelt es sich um ein Routineproblem für eine solch komplexe Maschine. Ein Forscher sagte, die beiden Protonenstrahlen sollten gegen Mittag wieder in ihre Umlaufbahn gebracht werden. Wenn alles gut laufe, seien noch am frühen Nachmittag die ersten Kollisionen möglich.

Die Forscher wollen die Teilchenstrahlen mit einer noch nie dagewesenenen Energie von sieben Tera-Elektronenvolt (TeV) aufeinander prallen lassen.

Suche nach Higgs-Teilchen

Ein grosses Ziel des Experiments ist es, das Higgs-Teilchen zu finden. Dieses bislang nur theoretisch existierende Teilchen sei «der Mechanismus, den wir suchen, der den Elementarteilchen Masse gibt», sagte CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer im Vorfeld. Es wäre das letzte Mosaiksteinchen im Standardmodell der Teilchenphysik.

Der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt war eigentlich bereits am 10. September 2008 angelaufen. Kurz nach einem Bilderbuchstart wurde die Maschine aber durch eine schwere Panne im Kühlsystem lahm gelegt. Die Reparatur des Defekts dauerte nicht weniger als 14 Monate.

Im November 2009 konnten die Forscher die Maschine wieder in Betrieb nehmen. Mitte März wurde erstmals ein Strahl auf 3,5 TeV beschleunigt. Mit der Kollisionsenergie von 7 TeV wird das CERN seinen grössten Konkurrenten, das Fermilab in Chicago (USA), um das 3,5-Fache übertreffen.

(ade/sda)

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