Urs Lehmann löst Duri Bezzola als Präsident der Swiss-Ski ab
publiziert: Samstag, 5. Jul 2008 / 20:52 Uhr

St. Moritz bleibt als WM-Kandidat im Rennen und weist bei der Delegiertenversammlung von Swiss-Ski in Saas-Fee den Herausforderer Crans-Montana klar ab. Urs Lehmann (39) wird als Nachfolger von Duri Bezzola (66) Präsident.

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Der nach achtjähriger Amtszeit abtretende Duri Bezzola wurde wie der ehemalige Skirennfahrer Bruno Kernen zum Ehrenmitglied ernannt.

Damit wird im Skiverband ein Generationenwechsel vollzogen und erstmals ein Ex-Skifahrer und Weltmeister den Verband führen.

Mit Pirmin Zurbriggen stieg ein weiterer Ehemaliger ins Präsidium (vergleichbar mit einem Verwaltungsrat) auf, das noch nie über soviel sportliches Knowhow verfügte.

Dass neue Präsidium unter Lehmann setzt sich zusammen aus Zurbriggen (Regionalvertreter Wallis), Roger Fehr (Ostschweiz), Johny Wyssmüller (Berner Oberland), dem Ex-Manager von Mike von Grünigen, Jean-Philippe Rochat, Eloi Rossier (beide bisher) sowie Urs Winkler, der Rektor des Sportymnasiums Davos, der Swiss-Ski-Konditionstrainer war, als Lehmann Weltmeister wurde. Ausgeschieden sind Heinz Egli (Region Mitte), Toni Stampfli (Westschweiz) und Fabian Vincenz (Ostschweiz).

Symbolischer Stabwechsel

Bezzola übergab seinem mit Akklamation gewählten Nachfolger einen Stab, und Lehmann kommentierte diesen symbolischen Stabwechsel mit launigen Worten: «Das erinnert mich an eine Stafette. Bei diesen sind die Übergaben immer am schwierigsten. Ich werde mir Mühe geben, den Stab nicht fallen zu lassen. In einer Stafette ändert man auch nicht die Richtung. Ich werde die eingeschlagene Richtung weitergehen und hoffe, nach vier oder acht Amtsjahren den Stab als Sieger ins Ziel bringen zu können.»

Bezzola übergibt Lehmann einen hervorragend aufgestellten Verband, der sportlich und finanziell ein sehr gutes Jahr hinter sich hat.

Bei einem Umsatz von knapp 30 Millionen Franken erwirtschaftete er, nebst 22 Weltcupsiegen und 61 Podestplätzen in acht Sparten, 200'000 Franken Gewinn. Nach rauheren Zeiten war dem Vollblut-Politiker und ex-Nationalrat Bezzola ein solcher Abschied gegönnt. Swiss-Ski-Präsident Jörg Schild würdigte ihn persönlich und überreichte dem engagierten Sportler einen Gutschein für Velo-Ferien auf Mallorca.

Klares Votum von BASPO-Direktor Remund

Beträchtliche Emotionen löste die Wahl des künftigen WM-Bewerbers aus, die mit mit 1746 gegenüber 908 Stimmen überraschend klar von St. Moritz gewonnen wurde. Während sich das Swiss-Ski-Präsidium zu keiner Wahlempfehlung durchringen konnte, was den deutlich (für St. Moritz) Farbe bekennenden neuen Präsidenten Urs Lehmann traurig stimmte, gab BASPO-Direktor Matthias Remund ein klares Votum für die Bündner ab. Der Bund hätte über vier Millionen in St. Moritz investiert, weshalb er es schlecht fände, nach einer verlorenen WM-Wahl jetzt den Kandidaten auszuwechseln.

Für Crans-Montana hatten sich ebenfalls hochkarätige Persönlichkeiten ausgesprochen, so FIFA-Präsident Sepp J. Blatter, Stéphane Lambiel, Phonak-Chef Andy Rihs (alle über Video) sowie Pirmin Zurbriggen und Erika Hess, die 1987 bei den letzten WM in Crans-Montana Weltmeister geworden waren.

Für St. Moritz engagierten sich in Saas-Fee insbesondere Vater und Sohn Martin und Marc Berthod sowie Ariane Ehrat, die ehemalige WM-Zweite in der Abfahrt und jetzige Chefin von Engadin Tourismus.

Faire Verlierer: «Jetzt erst recht»

Den Ausschlag gab wohl nicht zuletzt die Reverenz von St. Moritz mit 120 FIS-Rennen, 40 Europacuprennen und jährlichen Weltcup-Rennen seit 1998, während Crans-Montana in dieser Zeit gerade mal eine Weltcup-Veranstaltung durchgeführt hat und mit der nachträglichen Kandidatur verschiedenenorts Unverständnis weckte.

Crans-Montana-Promoter Marius Robyr trug die Niederlage mit Fassung und meinte: «Klar sind wir enttäuscht. Aber wir sind nicht nachtragend, St. Moritz ist eine gute Kandidatur. Wir werden jetzt mir der Organisation von weiteren Weltcuprennen erst recht zeigen, dass auch wir eine gute Kandidatur gewesen wären. Das ist uns zusätzliche Motivation.»

St. Moritz-Chef Hugo Wetzel war es ganz einfach «eine Genutuung. So viele Leute haben daran gearbeitet und daran geglaubt. Wir sind nach Kapstadt praktisch von einem Wahlkampf in den andern gestürzt.»

(von Richard Hegglin, Saas-Fee/Si)

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