Studie deckt auf
Ursache von schlechten Entscheidungen ist oft Angst
publiziert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 10:47 Uhr
Die Angststudie wurde an Ratten getestet.
Die Angststudie wurde an Ratten getestet.

Pittsburgh - Angstgefühle können direkt in schlechte Entscheidungen münden, wie das Department of Neuroscience an der University of Pittsburgh festgestellt hat. Laut der National Alliance on Mental Illness leiden allein in den USA 18,1 Prozent der Bevölkerung unter Angststörungen.

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Laut der leitenden Wissenschaftlerin Bita Moghaddam haben sich frühere Studien zur Untersuchung der Folgen von Angst auf das Gehirn vor allem auf die emotionale Reaktion konzentriert - also, wie Gehirnzellen von Tieren auf bedrohliche Situationen reagieren. Angst hat jedoch für den Menschen nicht nur emotionale Auswirkungen. Daher konzentrierten sich die Forscher auf einen entscheidenden Aspekt des Alltags - und zwar auf das Treffen von Entscheidungen, den kognitiven Vorgang zum Treffen einer Wahl aus verschiedenen möglichen Alternativen.

Präfrontale Kortex relevant

Die Experten untersuchten die Gehirnzellen im präfrontalen Kortex von zwei Gruppen von Ratten, als sie eine Aufgabe zum Treffen von Entscheidungen absolvierten. Die Tiere mussten entscheiden, welche Wahl am ehesten belohnt wurde. Der präfrontale Kortex ist ein Bereich des Gehirns, der eine entscheidende Rolle beim flexiblen Treffen von Entscheidungen spielt.

Eine Gruppe der Ratten erhielt vor der Aufgabenstellung eine geringe Dosis eines Angst auslösenden Medikaments, die andere ein Blindpräparat. Die ängstlichen Ratten trafen Entscheidungen wie ein Mensch. Sie machten jedoch deutlich mehr Fehler als die angstfreien Tiere, wenn das Treffen der logischen Entscheidung das Ignorieren von ablenkenden Informationen erschwert wurde. Es zeigte sich, dass diese Fehler auf die Auswirkungen der Angst auf eine Gruppe von Neuronen im präfrontalen Kortex zurückzuführen waren.

Beeinflussung statt Überforderung

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Angst die Fähigkeit zum Treffen guter Entscheidungen beeinflusst, indem sie ganz bestimmte Neuronen im präfrontalen Kortex behindert. Bisher gingen die Fachleute davon aus, dass Angst ganze Schaltkreise im Gehirn überbeansprucht. «Die Studie zeigt jedoch, dass Angst Gehirnzellen auf eine sehr spezialisierte Art und Weise beeinflusst», unterstreicht Moghaddam. Diese Ergebnisse könnten daher in Zukunft auch zu neuen Behandlungsansätzen führen.

 

(pep/pte)

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