Straflager oder Freispruch?
Urteil gegen Pussy Riot verschoben
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 12:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 23:58 Uhr
Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.
Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.

Moskau - Im umstrittenen Prozess gegen die Moskauer Frauen-Band Pussy Riot will das Gericht das Urteil erst am 17. August verkünden. Richterin Marina Syrowa gab den drei wegen Rowdytums angeklagten Musikerinnen am Mittwoch noch einmal Gelegenheit, sich zu ihrem Protestlied zu äussern.

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Nadeschda Tolokonnikowa verglich das Verfahren gegen Pussy Riot mit den Schauprozessen zur Zeit des Sowjet-Diktators Josef Stalin. «Unser Platz ist in der Freiheit nicht hinter Gittern», sagte die Angeklagte. Die anstehende Verurteilung erfolge aufgrund eines «politischen Befehls».

Nach Ende der kurzen Sitzung setzte Richterin Syrowa den Termin 17. August, 15.00 Uhr, an, wie russische Medien in Moskau berichteten.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag wegen Verletzung religiöser Gefühle jeweils drei Jahre Straflager beantragt für die Künstlerinnen. Die Verteidigung fordert Freispruch.

Die Musikerinnen im Alter von 22 bis 29 Jahren hatten im Februar in der Erlöser-Katherale in Moskau in vermummter Montur ein schrilles Protestlied gegen Präsident Wladimir Putin aufgeführt.

Pussy-Riot-Anwalt Nikolai Polosow hofft auf ein mildes Urteil, auch wegen des internationalen Protests. Neben internationalen Künstlern und Politikern hatte auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Freilassung der drei Frauen gefordert.

(bert/sda)

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