Urteil gegen Raser in Luzern - Sechs Jahre Haft
publiziert: Freitag, 12. Dez 2008 / 06:55 Uhr

Luzern - Der Raser, der 2005 in Malters LU den Tod zweier Mitfahrer verursacht hat, ist vom Luzerner Kriminalgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Verteidigung zieht das Urteil ans Obergericht weiter.

Der Fahrer war mit 188 km/h statt den erlaubten 100 unterwegs gewesen. (Symbolbild)
Der Fahrer war mit 188 km/h statt den erlaubten 100 unterwegs gewesen. (Symbolbild)
6 Meldungen im Zusammenhang
Für die fünf Mitglieder des Gerichtes ist es nicht erwiesen, dass der Angeklagte den Tod von Menschen in Kauf genommen hat. Sie folgten hier der Verteidigung und nicht dem Staatsanwalt.

Beim Strafmass zeigten die Richter indes Härte. Der Staatsanwalt hatte eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung eine bedingte zweijährige Strafe.

Der Unfall ereignete sich in einer Juninacht 2005 auf der mit Tempo 100 signalisierten Umfahrungsstrasse von Malters. Der Angeklagte dürfte mit einem Tempo von mindestens 188 km/h in eine Kurve gefahren sein, wo ihm ein Auto entgegenkam.

Er verlor die Herrschaft über sein Fahrzeug. Es geriet über die linke Strassenseite ins Unterholz. Das Auto knickte einen Baum und flog auf 3,5 Meter Höhe gegen einen zweiten. Die drei Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert. Der Lenker wurde schwer verletzt, seine beiden Freunde starben am Unfallort.

Keine Erinnerung

Der heute 28-jährige Automechaniker, der im Aargau eine Kontakt-Bar betreibt, gab vor Gericht an, sich nicht an den Unfall zu erinnern.

Zentral am Prozess war die Frage, ob der Angeklagte bei seiner Raserei die Tötung von Personen in Kauf genommen und somit eventualvorsätzlich gehandelt habe. Der Staatsanwalt bejahte dies.

Der Verteidiger hielt dagegen, ein Tempoexzess bedeute noch nicht Lebensgefahr. Der Unfall könne auch von den Steinen auf der Fahrbahn oder einem Tier verursacht worden sein.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Langnau - Drei Franzosen, die sich ... mehr lesen 1
Mit bis zu 235 Stundenkilometern raste das Trio bei Dunkelheit und Minustemperaturen über die Autobahn.
Wiprächtiger: «Mutig sind Richter, die auch bei so genannten Rasern unbeeinflusst bleiben...»
Bern - Bundesrichter Hans Wiprächtiger warnt bei der Bestrafung von Rasern vor «populären, aber fragwürdigen Schnellschüssen». Bundesrat Moritz Leuenberger hatte vor einer Woche in einem ... mehr lesen 2
Der Unfall bei Malters forderte drei Todesopfer.
Luzern - Ein Raser, der 2005 im Kanton Luzern den Tod zweier Mitfahrer verursacht hat, soll für 6,5 Jahre ins Gefängnis. Der Angeklagte habe die Strasse als Rennstrecke benutzt und ... mehr lesen 3
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das zerstörte Unfallauto ist kaum vom Waldboden zu erkennen.
Malters LU - In der vergangenen Nacht ereignete sich in Malters LU auf der Autostrasse ein schwerer Verkehrsunfall. Zwei ... mehr lesen
Bravo
Das würde ich mich besser auch nicht mehr an was erinnern wollen und einen auf psychisch machen sehr gutes Urteil weiter so
Amnesie
ist immer wieder eine beliebte Ausrede bei Tätern, die nicht gewillt sind, zu ihrer Tat zu stehen und die Konsequenzen dafür zu tragen.

Wenn einer mit nahezu dem Doppelten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit einen Unfall verursacht, bei dem andere zu Schaden - oder im vorliegenden Fall gar zu Tode - kommen, dann muss er zwangsläufig als Straftäter verurteilt und entsprechend hart bestraft werden.

Falls das Obergericht - und später vielleicht auch noch das Bundesgericht - dieses Urteil kippt und dem Antrag der Verteidigung folgt, wird dies zum Freibrief für alle Raser werden.

Bleibt zu hoffen, dass nicht irgendwelche Verfahrensfehler dazu führen werden, dass auch diese beiden unschuldigen Toten nicht gesühnt werden - und der Fahrer mit einer bedingten Strafe davon kommt!
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen ... mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ... mehr lesen  
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Basel 3°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, wenig Schnee
Bern 1°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Luzern 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Genf 2°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen freundlich
Lugano 9°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten