Urteile gegen Ex-Mitglieder des European Kings Club
publiziert: Freitag, 27. Mrz 2009 / 23:20 Uhr

Unterkulm - Im Prozess gegen 14 ehemalige Mitglieder des European Kings Club ist der Hauptangeklagte vom Bezirksgericht Kulm AG zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Die anderen Angeklagten wurden freigesprochen.

Der «Experte» war offenbar ein nicht existierendes Phantom.
Der «Experte» war offenbar ein nicht existierendes Phantom.
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Das Bezirksgericht sprach am Nachmittag den 70-jährigen Hauptangeklagten aus dem Kanton Zürich des mehrfachen gewerbsmässigen Betruges für schuldig. Er sei «skrupellos, raffiniert und dreist vorgegangen», sagte der Gerichtspräsident.

Das Gericht sprach die Freiheitsstrafe unbedingt aus, weil der Angeklagte im vergangenen Jahr bereits im Kanton Luzern zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt worden war.

Der ehemalige Versicherungsagent wurde vom Bezirksgericht Kulm wegen dreier Gesellschaften verurteilt, die nach dem sogenannten Schneeballsystem aufgebaut waren. Er hatte den Anlegern hohe Renditen versprochen. Die 700 Anleger verloren jedoch insgesamt rund 10 Millionen Franken.

Das Geld hatte der Angeklagte nach eigenen Angaben jeweils einem Experten gegeben. Laut Anklageschrift war dieser Mann jedoch «ein Phantom». Es gebe starke Indizien, dass dieser Experte überhaupt nicht existiert habe, sagte der Gerichtspräsident.

Betrug bereits in den 90er Jahren

Die drei Gesellschaften funktionierten nach dem gleichen betrügerischen Muster wie der European Kings Club (EKC) Mitte der 90er Jahre. Der Angeklagte war damals auch für den EKC tätig gewesen. Diese Aktivitäten sind gemäss Bezirksgericht jedoch verjährt.

Der Anwalt des Hauptangeklagten sagte, er werde das Urteil voraussichtlich weiterziehen. Zunächst warte er die schriftliche Urteilsbegründung ab. Das Gerichtsverfahren sei «kompetent» geführt worden. Der Staatswanwalt kommentierte das Urteil nicht.

Das Bezirksgericht sprach die 13 weiteren Angeklagten vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs frei. Sie hatten Letters des EKC verkauft. Die Freisprüche begründete der Gerichtspräsident damit, dass sich die Angeklagten selbst vom EKC hätten täuschen lassen.

(ht/sda)

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