Usbekischer Präsident rechtfertigt Militäreinsatz
publiziert: Dienstag, 17. Mai 2005 / 21:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Mai 2005 / 22:10 Uhr

Taschkent - Der usbekische Präsident Islam Karimow hat die gewaltsame Niederschlagung von Unruhen im Osten seines Landes als Anti-Terror-Massnahme gerechtfertigt.

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Karimow betonte in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, in der Stadt Andischan habe es keine friedlichen Demonstranten gegeben, sondern nur bewaffnete Aufständische.

Die Opposition sprach dagegen von insgesamt mindestens 745 Toten bei den Auseinandersetzungen im Fergana-Tal seit Freitag, darunter viele Frauen und Kindern.

Der usbekische Generalstaatsanwalt Raschid Kadyrow gab an in Andischan habe es 169 Tote gegeben. Die Staatsführung kündigte an, dass am Mittwoch ausländische Journalisten und Diplomaten die Stadt Andischan besuchen dürften, wo sich am vergangenen Freitag das Blutbad ereignete.

Unabhängige Untersuchung zurückgewiesen

Eine unabhängige Untersuchung der blutigen Unruhen forderte unterdessen die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai). Die usbekische Regierung müsse eine Untersuchung von aussen rasch zulassen, deren Ergebnisse veröffentlichen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Diese Forderung wies Präsident Karimow zurück. Usbekistan ist ein souveräner Staat. Wir kommen selbst mit der Situation klar, betonte das autoritär regierende Staatsoberhaupt. Eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mahnte an, die Grenzen nach Kirgisien für Flüchtlinge offen zu lassen.

(bert/sda)

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