VPOD: «Lohndumping in Spitälern»
publiziert: Freitag, 20. Jun 2008 / 16:30 Uhr

Bern - Die Krankenkassen betreiben mit Schützenhilfe des Preisüberwachers Lohndumping an den Schweizer Spitälern: Diesen Vorwurf erhebt die Gewerkschaft VPOD. Preisüberwacher Rudolf Strahm wies die Vorwürfe zurück.

Die Tarifsenkung auf den billigsten Anbieter steht in der Kritik.
Die Tarifsenkung auf den billigsten Anbieter steht in der Kritik.
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Der Krankenkassenverband santésuisse wolle allen Spitälern die gleichen Tarife anbieten. Dabei orientiere er sich unabhängig vom Standort am billigsten Spital, sagte Christine Goll, Nationalrätin (SP/ZH) und Präsidentin des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), in Bern.

Da 70 Prozent der Spitalkosten auf die Löhne entfielen, entstehe so unmittelbar Druck auf die Saläre des Krankenhauspersonals - mit unabsehbaren Folgen für Patientinnen und Patienten.

Das Spitalpersonal habe wie alle anderen Beschäftigten einen Anspruch auf branchen- und ortsüblichen Lohn. Mit der Tarifsenkung auf den billigsten Anbieter werde dem nicht mehr Rechnung getragen. Die Lebenshaltungskosten nämlich seien kantonal unterschiedlich und die Löhne darum auch.

Walliser Tarif für alle?

Daniel Lampart, Chefökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB), illustrierte diesen Fakt mit dem Lohndurchschnitt verschiedener Grossregionen: Ein Beschäftigter in Zürich verdient rund ein Viertel mehr, als einer im Tessin.

Allen Schweizern Spitälern nun den günstigsten Walliser Tarif überzustülpen, widerspreche dem vom Volk bei den bilateralen Verträgen gutgeheissenen Grundsatz der orts- und branchenüblichen Löhne, schlussfolgerte Lampart.

Strahm weist Vorwürfe zurück

Preisüberwacher Rudolf Strahm hat Vorwürfe des VPOD zurückgewiesen, er helfe dem Krankenkassenverband santésuisse beim Drücken der Löhne in Spitälern. Der Preisüberwacher drücke Tarife, nicht Löhne.

Einige Behauptungen des VPOD seien falsch, sagte Strahm auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. So wirkten nicht etwa die Löhne kostentreibend in den Spitälern, sondern die Überkapazitäten gäben den Ausschlag.

Für den Krankenkassenverband santésuisse ist die VPOD-Kritik nicht angebracht. Die Fallpauschalen seien in allen Westschweizer Kantonen ausser Freiburg eingeführt. Die Löhne in den Spitälern seien gestiegen und nicht gesunken.

(ht/sda)

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