Venezolanisches Militär muss Polizeistationen verlassen
publiziert: Donnerstag, 19. Dez 2002 / 08:12 Uhr

Caracas - Das Oberste Gericht Venezuelas hat die Rückgabe der Polizeigewalt in Caracas von der Armee an die Stadtverwaltung angeordnet. Die Militärpolizei müsse sich aus den Polizeistationen der Hauptstadt zurückziehen, entschied das Gericht.

Die Befehlsgewalt über die Polizei der Hauptstadt stehe dem Bürgermeister zu. Der Bürgermeister von Caracas, Alfredo Peña, gilt als entschiedener Gegner von Präsident Hugo Chávez. Im November hatte die Regierung die Polizeigewalt in der Hauptstadt an das Militär übergeben.

Unterdessen kam es in Caracas erneut zu Demonstrationen gegen Chávez. Die Polizei ging mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Demonstranten vor, die im Osten der Hauptstadt eine Hauptverkehrsstrasse und mehrere weitere Strassen blockierten.

Die von weiten Teilen der Gesellschaft getragene bürgerliche Opposition wirft dem linksnationalistischen Staatschef vor, das Land in den Ruin zu treiben und will mit den Streiks vor allem in der wichtigen Ölindustrie seinen Rücktritt und Neuwahlen erzwingen.

Nach 17 Tagen Generalstreik ist die Ölproduktion Venezuelas nach Angaben eines hochrangigen Öl-Managers der staatlichen Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela (PDVSA) auf 200 000 Barrel von täglich 2,8 Mio. Barrel gesunken.

(bert/sda)

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