Venezuela und Guatemala ringen um UNO-Sitz
publiziert: Mittwoch, 25. Okt 2006 / 07:03 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Okt 2006 / 07:31 Uhr

La Paz - Die lateinamerikanischen Länder Venezuela und Guatemala ringen weiter um ihren nichtständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat. Der bolivianische Präsident Evo Morales erklärte am gestern, Venezuela werde seine Bewerbung aufgeben und stattdessen Bolivien nominieren.

Boliviens Präsident Evo Morales kann wieder hoffen: Sein Land wäre der Kompromisskandidat.
Boliviens Präsident Evo Morales kann wieder hoffen: Sein Land wäre der Kompromisskandidat.
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Der venezolanische Präsident Hugo Chavez habe ihn am Morgen angerufen und erklärt, er werde die notwendige Zweidrittel-Mehrheit nicht erreichen. «Chavez hat gesagt, er werde die Kandidatur an Bolivien weitergeben. Wir sind Kandidaten für den Sicherheitsrat», erklärte Morales.

Venezuelas UNO-Botschafter sagte hingegen kurz darauf der Nachrichtenagentur Reuters, sein Land wäge immer noch ab, wie die Pattsituation zu lösen sei. Eine Kandidatur Boliviens sei nur ein möglicher Ausweg, spielte er die Aussagen Morales herunter.

Venezuela ringt bislang mit Guatemala um den zum Jahreswechsel frei werdenden Sitz im Sicherheitsrat, der einem lateinamerikanischen Land zusteht. Nach 35 ergebnislosen Wahlgängen hatte Guatemala am Montag seinen Rückzug zu Gunsten eines Kompromisskandidaten in Aussicht gestellt - jedoch verlangt, dass Venezuela dazu ebenfalls bereit sei.

Dementi

Am Dienstag erklärte Guatemalas Aussenminister Gert Rosenthal jedoch, sein Land werde nicht den Weg für Bolivien freimachen. «Wir haben uns nicht zurückgezogen und haben auch nicht die Absicht, dies zu tun», sagte Rosenthal zu Journalisten.

Der Wahlmarathon zwischen Guatemala und Venezuela war in der vergangenen Woche für fünf Tage unterbrochen worden. Im 35. Wahlgang hatte Guatemala zwar mit 103 zu 81 Stimmen vor Venezuela gelegen, die nötige Zweidrittelmehrheit jedoch zum wiederholten Male verfehlt. Die Bewerbung Venezuelas wird von den USA bekämpft.

(fest/sda)

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