Forschung
Verborgener Text über wenig bekannte Epoche der Antike entziffert
publiziert: Freitag, 28. Nov 2014 / 17:32 Uhr
Der Bericht Dexipps verbarg sich in einem kostbaren Kodex in der Österreichischen Nationalbibliothek. (Symbolbild)
Der Bericht Dexipps verbarg sich in einem kostbaren Kodex in der Österreichischen Nationalbibliothek. (Symbolbild)

Bern - Auf einem mittelalterlichen Pergament haben Forschende aus Bern und Wien einen nahezu unsichtbaren Text entziffert. Die vor 1000 Jahren niedergeschriebenen Zeilen gehören vermutlich zum verschollen geglaubten Werk eines antiken Historikers.

Der Text, den die Forscher entziffert haben, bringt Licht in eine wenig bekannte Epoche des römischen Reichs, wie die Universität Bern mitteilte. Der auf Altgriechisch geschriebene Text schildert, wie das Volk der Goten Mitte des 3. Jahrhunderts in den Balkan einfiel, der damals zum römischen Reich gehörte.

Dexipp, der mutmassliche Autor der Zeilen gilt als der bedeutendste Historiker jener Zeit. Doch sein Werk zu den damaligen Gotenkriegen ist nur in Auszügen erhalten. Die neuentdeckten Fragmente sind die ersten, die wohl direkt aus einer Gesamtausgabe des historischen Textes stammen, wie Gunther Martin vom Institut für Klassische Philologie an der Universität Bern sagt.

Der Bericht Dexipps verbarg sich in einem kostbaren Kodex in der Österreichischen Nationalbibliothek. Darin befanden sich mehrere Blätter mit Texten aus dem 13. Jahrhundert. Die Texte waren über die ursprünglichen, im 11. Jahrhundert zu Pergament gebrachten Zeilen geschrieben worden. Deren Schrift hat die Wiener Altphilologin Jana Gruskova identifiziert.

Übliches «Recycling»-Verfahren

Das Vorgehen war ein übliches «Recycling»-Verfahren, denn Pergament war teuer. Ein Technikerteam aus den USA bestrahlte das Pergament mit Licht verschiedener Wellenlängen und machte den ursprünglichen Text so zu rund 60 Prozent lesbar.

In einem der Fragmente wird beschrieben, wie sich Kaiser Decius nach einer verheerenden Niederlage zum Gegenangriff auf die Goten rüstet, die in Thrakien eingefallen sind und die Stadt Philippopolis (das heutige Plovdiv in Bulgarien) eingenommen haben.

Der Text illustriert unter anderem das Verhältnis zwischen römischer Zentralmacht und der Provinzialbevölkerung sowie die inneren Strukturen der gotischen Kriegergesellschaft. Der Fund wurde in der Fachzeitschrift «Greek, Roman, and Byzantine Studies» publiziert.

 

(flok/sda)

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