Verdacht auf Geldwäscherei bei Telekom-Firmen
publiziert: Dienstag, 24. Okt 2006 / 16:41 Uhr

Bern - In der Schweiz ist ein Fall von Betrug und Geldwäscherei in der Telekom-Branche publik geworden. Die Bundesanwaltschaft verhaftete zwei Firmeninhaber.

Grössere Geldbeträge wurden zum Teil mittels Kurieren über die Grenze gebracht.
Grössere Geldbeträge wurden zum Teil mittels Kurieren über die Grenze gebracht.
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Bei dem Fall sollen Millionenbeträge auf Schweizer Konten geflossen sein. Die Verhaftungen durch die Bundesanwaltschaft (BA) waren mit den Behörden Deutschlands und Österreichs koordiniert. In mehreren Kantonen wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Die BA werde für die beiden Festgenommenen Untersuchungshaft beantragen. Die Nationalität der beiden in der Schweiz wohnhaften Personen wollte die BA nicht bekannt geben.

Die BA ermittle seit Sommer 2005 wegen des Verdachts der Geldwäscherei. Diese stehe im Zusammenhang mit «mutmasslichen Betrugsvorgängen innerhalb eines internationalen Firmengeflechts der Telekommunikationsbranche». Das Schwergewicht des Falls betreffe die Schweiz, sagte eine BA-Sprecherin auf Anfrage.

Geld mittels Kurieren über die Grenze gebracht

Es sei davon auszugehen, dass aus der weltweiten Geschäftstätigkeit dieser Firmen «betrügerisch erlangte Mittel in Millionenhöhe» in die Schweiz flossen. Grössere Geldbeträge wurden zum Teil mittels Kurieren über die Grenze gebracht und von den wirtschaftlich Berechtigten auf ihre Schweizer Konten einbezahlt.

An mehreren Firmendomizilen sowie in Privatwohnungen in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Land, Basel-Stadt, Zug und Zürich sowie im süddeutschen Raum und in Wien wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Zahlreiches Material, vorderhand Gesellschaftsunterlagen und IT-Daten wurden im Zuge der Operation sichergestellt, Mitarbeitende der Firmen und Bezugspersonen wurden bereits zur Sache befragt, wie die BA weiter mitteilte.

Nichts sagen will die BA mit Rücksicht auf das laufende Verfahren zum Sitz und zur Grösse der involvierten Firmen. Mehr Informationen seien erst in mehreren Wochen zu erwarten, sagte die BA-Sprecherin weiter.

(smw/sda)

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