Neuer Stamm entdeckt
Verdacht einer Vogelgrippe-Ansteckung von Vater auf Tochter
publiziert: Donnerstag, 8. Aug 2013 / 10:14 Uhr
Eine 32 Jahre alte Chinesin hat sich  mit dem H7N9-Virus infiziert, nachdem sie ihren erkrankten Vater gepflegt hatte.
Eine 32 Jahre alte Chinesin hat sich mit dem H7N9-Virus infiziert, nachdem sie ihren erkrankten Vater gepflegt hatte.

London - Forscher haben vom ersten Fall der Übertragung eines neuen Stammes der Vogelgrippe von einem Menschen auf den anderen berichtet.

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Wie sie im «British Medical Journal» schreiben, hat sich eine 32 Jahre alte Chinesin infiziert, nachdem sie ihren erkrankten Vater gepflegt hatte. Beide Patienten sind in der Folge gestorben. Bis heute hat es keinen Beweis dafür gegeben, dass H7N9 nicht nur durch den direkten Kontakt mit Vögeln übertragen werden kann.

133 Fälle in Ostchina gemeldet

Experten wie James Rudge von der «London School of Hygiene and Tropical Medicine» betonen, dass damit jedoch nicht der Beweis erbracht ist, dass das Virus die Fähigkeit erworben hat, sich leicht von einem Menschen auf den anderen zu verbreiten. Bis 30. Juni wurden 133 Fälle von Infektionen mit H7N9 im Osten Chinas gemeldet. 43 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung.

Die meisten Betroffenen waren auf Geflügelmärkten gewesen oder hatten in den zwei Wochen vor der Erkrankung direkten Kontakt mit den Tieren. Die 32-Jährige wurde im März infiziert. Sie hatte im Krankenhaus für ihren 60 Jahre alten Vater gesorgt. Dieser war eine Woche vor der Erkrankung auf einem Geflügelmarkt. Bei der Frau gab es jedoch keinen bekannten Kontakt mit lebenden Tieren. Sie erkrankte sechs Tage nach dem letzten Besuch bei ihrem Vater. Beide Patienten starben in der Intensivstation an multiplem Organversagen.

Virus breitet sich nur begrenzt aus

Tests an dem Virus beider Patienten haben gezeigt, dass die Stämme genetisch fast identisch sind. Damit erhält die Theorie Nahrung, dass die Tochter direkt von ihrem Vater und nicht durch eine andere Ursache infiziert wurde. Die Behörden testeten 43 Kontaktpersonen der beiden Patienten. Alle Tests auf H7N9 waren jedoch negativ. Damit liegt nahe, dass die Fähigkeit des Virus, sich auszubreiten, eingeschränkt ist. Es gibt also keinen Beweis dafür, dass das Virus die Fähigkeit erlangt hat, sich effektiv von einer Person auf die andere auszubreiten.

Laut Rudge ist die eingeschränkte Übertragung von einem Menschen auf den anderen nicht weiter überraschend und auch bereits bei H5N1 beobachtet worden. Anlass zur Sorge bestehe erst, wenn ein Mensch einen anderen infiziere, der wieder andere anstecke und so weiter. Das gelte vor allem dann, wenn jeder Infizierte mehr als eine andere Person anstecken sollte. Dies wäre ein ernstes Warnzeichen für den Anfang einer Pandemie.

(dap/pte)

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