Verdächtiger Marokkaner war nur kurz in Deutschland

publiziert: Freitag, 26. Mrz 2004 / 14:26 Uhr

Karlsruhe - Die deutsche Spur zu den Terror-Anschlägen von Madrid ist offenbar dünner als zunächst berichtet. Der deutsche Generalbundesanwalt Kay Nehm teilte mit, der in Spanien festgenommene Marokkaner habe nur kurz in Deutschland gelebt.

Generalbundesanwalt Kay Nehm.
Generalbundesanwalt Kay Nehm.
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Der 28-Jährige sei zwar seit Oktober 2003 in Darmstadt polizeilich gemeldet, habe sich aber nur einige Tage in Deutschland aufgehalten. Gegen den Mann werde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt.

Am Vormittag hatte die Bundesanwaltschaft eine Durchsuchung im Zusammenhang mit den Terror-Anschlägen von Madrid bestätigt. Am Donnerstag sei eine Wohnung in Darmstadt durchsucht worden. Der Marokkaner war am Mittwoch in Spanien festgenommen worden.

Nach ARD-Informationen war der Name des Marokkaners den deutschen Sicherheitsbehörden seit Sommer 2002 bekannt. Damals hätten spanische Behörden angefragt, ob Erkenntnisse über den Mann im Zusammenhang mit einem verdächtigten Extremisten vorlägen. Das hätten die deutschen Behörden damals verneint.

In Spanien hat die Polizei inzwischen insgesamt 19 Verdächtige festgenommen, gegen mindestens 11 wurde Haftbefehl erlassen. Bei den Bomben-Anschlägen auf vier Vorortzüge in Madrid waren am 11. März 190 Menschen getötet und mehr als 1500 verletzt worden.

(fest/sda)

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