Verdächtiger nach Hotelbrand auf Melchsee-Frutt aus Haft entlassen
publiziert: Montag, 29. Mrz 2004 / 15:14 Uhr

Sarbe - Bei den Ermittlungen zum Hotelbrand auf der Melchsee-Frutt ist es zu einer überraschenden Wende gekommen: Der mutmassliche Brandstifter ist auf Anordnung des Kantonsgerichts aus der Untersuchungshaft entlassen worden - gegen den Antrag des Verhöramtes.

Brand im Kurhaus von Melchsee-Frut.
Brand im Kurhaus von Melchsee-Frut.
Wie das Verhöramt mitteilte, wurde der 32-jährige portugiesische Hotelangestellte am Freitagabend entlassen. Beim Brand war in der Nacht auf den 20. Januar eine 23-jährige Hotelangestellte ums Leben gekommen. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus.

Gemäss Verhöramt hiess der Kantonsgerichtspräsident I das zweite Haftentlassungsgesuch am 26. März gut, weil es keinen dringenden Tatverdacht mehr gebe. Das Verhöramt selbst war für eine weitere Verlängerung der knapp zwei Monate dauernden U-Haft eingetreten.

Dem Entlassenen wurden keine Auflagen gemacht. Er kann die Schweiz damit verlassen.

Mit der Entlassung sei die Strafuntersuchung aber nicht abgeschlossen, teilte das Verhöramt weiter mit. So habe der Brandplatz wegen des Schnees noch immer nicht untersucht werden können. Mit dem Abschluss der Untersuchung sei nicht vor Sommer 2004 zu rechnen.

Diese Untersuchung soll Auskunft über allfällig eingesetzte Brandbeschleuniger geben. Der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich hatte Brandstiftung als Ursache festgestellt, da mindestens zwei unabhängige Brandherde existierten.

Zu Gerüchten, die Hotelangestellte sei getötet und das Feuer zur Vertuschung der Tat gelegt worden, liegen laut der Medienmitteilung keine Hinweise vor.

(bsk/sda)

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