Schiffsunglück
Vergleich mit Costa Concordia-Kapitän abgelehnt
publiziert: Dienstag, 14. Mai 2013 / 17:42 Uhr
Francesco Schettino, Kapitän der Costa Concordia.
Francesco Schettino, Kapitän der Costa Concordia.

Grosseto - Die juristische Aufarbeitung der Havarie des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» in Italien kommt langsam voran. Fünf der sechs Angeklagten haben sich am Dienstag mit der Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto auf einen gerichtlichen Vergleich geeinigt.

10 Meldungen im Zusammenhang
Der Krisenmanager der Reederei Costa Crociere, ein Steuermann sowie drei Offiziere könnten daher zu Strafen bis zu zwei Jahren Haft verurteilt werden. Die Liste der Vorwürfe gegen die sechs Männer ist lang, darunter fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie und das Verlassen des Schiffes während der Evakuierung.

Auch Kapitän Francesco Schettino reichte einen Antrag auf einen gerichtlichen Vergleich mit einer Strafe von drei Jahren und vier Monaten ein. Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag zurück, mit dem sich jedoch noch ein Untersuchungsrichter beschäftigen muss.

Italienische Medien hatten zuvor schon spekuliert, dass die Mitbeschuldigten getrennte Verfahren beantragen könnten, um in einem Prozess nicht neben dem im Rampenlicht stehenden Kapitän auf der Anklagebank sitzen zu müssen.

«Es ist skandalös. Schettino läuft jetzt Gefahr, dass allein gegen ihn ein Prozess wegen des Unglücks geführt wird», protestierte sein Rechtsanwalt Francesco Pepe. Der Kapitän forderte eine Entschädigung von der in dem Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft der Stadt Grosseto. Schettino will Geld für «moralische Schäden» verlangen, nachdem ihn die Staatsanwaltschaft in den Ermittlungsakten als «Kriminellen» und als «genusssüchtigen Aufschneider» bezeichnet hatte.

Verteidiger erachtet Beweise als unzureichend

Die Rechtsanwälte des Kapitäns bestritten erneut, dass Schettino das Schiff verlassen habe, während sich noch hunderte Passagiere an Bord befunden hätten. «Die Behauptung, Schettino sei vor seiner Verantwortung geflüchtet, ist einfach absurd», betonte Rechtsanwalt Pepe.

Sein Verteidiger kündigte an, möglicherweise weitere Ermittlungen zu dem Unglück zu beantragen. «Die Beweise sind unzureichend, wir könnten eine Simulation des Unglücks mit dem Schwesterschiff verlangen», sagte er.

Die «Costa Concordia» hatte am 13. Januar 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war auf Grund gelaufen. Dabei starben 32 Menschen. Costa Crociere hat seine Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens für das Unglück verantwortlich gemacht werden. Costa Crociere gehört zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Rund anderthalb Jahre nach dem Kentern der «Costa Concordia» hat das italienische Verkehrsministerium Kapitän Francesco Schettino die Erlaubnis zum Steuern von Schiffen vorerst entzogen. Eine entsprechende Anordnung habe Verkehrsminister Maurizio Lupi bereits Ende Juni oder Anfang Juli unterzeichnet. mehr lesen 
Die «Costa Concordia».
Rom - Das Wrack der havarierten «Costa Concordia» soll am Montag aufgerichtet werden. Dies entschieden die italienischen Behörden am Sonntagnachmittag. mehr lesen
Grosseto - Der Prozess um die Katastrophe der «Costa Concordia» ist wegen eines ... mehr lesen
Die «Costa Concordia» war auf eine Klippe aufgelaufen und in Schieflage geraten.
Das Wrack liegt immer noch halb versunken vor der Insel Giglio.
Rom - Die Bergung des havarierten ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Grosseto - Rund 15 Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia haben die ersten Voranhörungen begonnen. Die Richter im toskanischen Grosseto sollen entscheiden, ob es einen Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino und fünf weitere Beschuldigte geben wird. mehr lesen 
Grosseto/Rom - Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere muss nach der Havarie der Costa Concordia eine Strafe in Höhe von einer Million Euro zahlen. Das Unternehmen einigte sich mit der Justiz auf einen Vergleich, im Gegenzug werden die Ermittlungen gegen die Gesellschaft eingestellt. mehr lesen 
Zwei Hafenarbeiter sind in den USA ins Wasser gestürzt, einer wird immer noch vermisst.
Washington - Bei einem erneuten Zwischenfall mit einem Schiff des weltgrössten Kreuzfahrtunternehmens Carnival sind zwei Hafenarbeiter in den USA ins Wasser gestürzt. Einer von ... mehr lesen
Grosseto/Rom - Dem Unglückskapitän der «Costa Concordia», Francesco Schettino, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in Grosseto der Prozess gemacht werden. Sie beantragte am Montag die Eröffnung des Gerichtsverfahrens gegen ihn, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 15°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 20°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 17°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 16°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 20°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten