Verheissungsvolle Ausgangslage für die Schweiz
publiziert: Donnerstag, 28. Dez 2006 / 07:23 Uhr

Noch selten war die Ausgangslage für den ersten Schweizer Gesamtsieg an der Vierschanzentournee derart verheissungsvoll wie vor der 55. Austragung. Weltcup-Leader Simon Ammann und Andreas Küttel zählen zu den Favoriten.

Simon Ammann und Andreas Küttel zählen zu den Tournee-Routiniers. (Archivbild)
Simon Ammann und Andreas Küttel zählen zu den Tournee-Routiniers. (Archivbild)
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Vor dem ersten Springen am Samstag in Oberstdorf sind bei den Wettanbietern die Newcomer Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen topgesetzt.

Der 16-jährige Österreicher und 21-jährige Norweger haben erst je fünf Weltcup-Einsätze hinter sich; allerdings sehr erfolgreiche. Schlierenzauer feierte in dieser Saison zwei Siege sowie einen dritten und vierten Rang, Jacobsen war mit einem Vollerfolg sowie drei weiteren Podestplätzen nicht minder erfolgreich.

Ob sie dem Tourneestress mit vier Springen in neun Tagen standhalten werden, wird sich weisen. Der Medienrummel, der Druck der Öffentlichkeit oder die ständige Reiserei könnte an der Unbeschwertheit der beiden Springer nagen.

«Sie sind bereit»

Ammann und Küttel hingegen zählen zu den Tournee-Routiniers. Nach der Weihnachtspause trainierten sie am Dienstag auf der Titlis-Schanze in Engelberg. «Man spürte ihren Ehrgeiz. Sie sind bereit», blianzierte Trainer Berni Schödler.

Die nächsten Flüge stehen am Freitag in Oberstdorf an. Spätestens seit dem historischen Doppelsieg in Lillehammer Anfang Dezember orientiert sich das Duo an Podestplätzen. Diese Zielsetzung gilt - wenn auch unausgesprochen - für die Vierschanzentournee.

Eine Top-Klassierung wird auch von Adam Malysz erwartet. Der 29-jährige Pole peilt nach 2000/01 den zweiten Gesamtsieg an. In Lauerstellung liegt Olympiasieger Thomas Morgenstern (Ö). Schwer einzustufen sind die letztjährigen Co-Gesamtsieger Jakub Janda und Janne Ahonen.

Der Tscheche zeigte am Weltcup-Wochenende in Engelberg eine klare Aufwärtstendenz, der Finne zählt allein aufgrund seines Palmarès bei der Tournee immer zu den Favoriten; vier Gesamt- und sieben Tagessiege sprechen für sich.

Im Normalfall werden auch Michael Möllinger und Guido Landert zumindest die beiden ersten Springen bestreiten. Möllinger dürfte die beim Continental Cup in Engelberg verlangte Formbestätigung schaffen, Landert ist trotz zuletzt mässigen Resultaten gesetzt.

Erfolgreiche Siebzigerjahre

In den Siebzigerjahren waren insbesondere Walter Steiner und Hansjörg Sumi mit drei zweiten Plätzen in der Gesamtwertung nahe dran, eine der prestigeträchtigsten Trophäen des Wintersports zu gewinnnen.

Über die Neujahrstage 1973/74 erreichten Steiner und Teamkollege Hans Schmid zwar einen Tagessieg (Steiner Garmisch-Partenkirchen) sowie je zwei zweite und dritte Plätze.

Doch Hans-Georg Aschenbach (DDR) blieb eine Klasse für sich und verwies Steiner um 43,2 Punkte auf den Ehrenplatz, dem viertklassierten Schmid fehlten 0,2 Zähler zum Podestrang. Immerhin vermochte die Schweiz als einzige Nation die DDR-Phalanx (Ränge 1, 3, 5, 6) zu durchbrechen.

Drei Jahre später musste Steiner erneut bloss einen DDR-Adler vorbeifliegen lassen. Der Toggenburger gewann 1977 das Abschluss-Springen in Bischofshofen, doch Jochen Danneberg sicherte sich mit einem dritten Rang und 6,8 Zählern Vorsprung den Gesamtsieg.

1978/79 präsentierte sich in einer von Wetterkapriolen geprägten Tournee Hansjörg Sumi als Überraschungsmann. Doch an Pentti Kokkonen (Fi), der die Springen in Innsbruck und Bischofshofen gewann, gab es kein Vorbeikommen.

K.o.-System

Erneut werden die Tournee-Springen nach dem vor zehn Jahren eingeführten K.o.-System ausgetragen. Die Startreihenfolge und die Paarungen ergeben sich aus der Qualifikation. Die Sieger der 25 Duelle sowie die fünf besten Verlierer (Lucky Loser) erreichen den Finaldurchgang.

Erhalten bleiben auch die Nachtspringen in Oberstdorf und Bischofshofen. Um die TV-Einschaltquoten hoch zu halten, wurde mit der Tradition gebrochen und das Abschluss-Springen auf den publikumswirksamen Sonntagabend, 7. Januar, angesetzt.

(von Hans Leuenberger, Oberstdorf/Si)

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