
Thilo Sarrazin hat mit seinem neuen Buch «Deutschland schafft sich ab» die Verkaufs-DNA unter Erregungsdemokraten entdeckt. Es gibt gar nicht soviele TV-Kanäle und Printspalten, wie Sarrazin Medienaufmerksamkeitssynapsen auf sich und seine banal-populären Thesen konzentrieren kann.
Der mediale Metabolismus erzeugt so unglaubliche Blähungen in der deutschen Demokratie. Und selbstverständlich auch in der schweizerischen, die ja polithormonell mit der deutschen Befindlichkeit eng verknüpft ist.
So.
Falls Sie bis hierhin ganz vergnüglich oder missmutig oder gelangweilt gelesen haben, ohne zumindest erstaunt Ihre Augenbrauen zu heben, ist mein Experiment geglückt. Die ersten Sätze dieser Kolumne bedienen sich einer bio-logischen Bildersprache, die in Sarrazins Buch und Thesen sowie in den Berichten mittlerweile selbstverständlich sind. Die so selbstverständlich sind, dass sie den Boden für politisch völlig irrelevante Thesen wie Sarrazins «jüdisches» und «muslimisches» Gen bereiten. Sarrazin sortiert das Menschenmaterial nach kollektiven Merkmalen in einer bio-logischen Sprache, die mittlerweile alle sprechen. Nicht nur das. Sarrazin verwandelt, wie der kluge Thomas Steinfeld in der Süddeutschen dies richtig schreibt, «das deutsche Volk in eine Human Resource.» Sarrazin ist je nicht einfach ein hohler Dummkopf wie die meisten rechtspopulistischen Schwätzer und ihre linkskulturell verblödeten Gegner. Als Vorstand der deutschen Bundesbank denkt Sarrazin volkswirtschaftlich, unternehmerisch und liebt die rationalen Naturwissenschaften.
Nützlichkeit, Brauchbarkeit, Produktivität der Wirtschaft verknüpfen sich bei Sarrazin mit der Polit-Bildersprache aus den Naturwissenschaften. Und alle nicken oder schreien empört auf. Dabei sind nicht die antimuslimischen Tendenzen Sarrazins der eigentliche Stein des Anstosses, sondern die Selbstverständlichkeit eines Gedankengebäudes, das jeden, der nicht zu Gewinn und Vorteil der Volksgemeinschaft beiträgt, zu den Überflüssigen zählt, der ab- oder ausgeschafft werden sollte.
Der schon fast monströse Erfolg, den Sarrazin mit seiner Bio-Warensprache erzeugt, belegt wie biopolitisch und demokratiefeindlich die wichtigsten Diskurse und politischen Rezepte in unseren westlichen Gesellschaften geworden sind. Dabei ist etwas klar: Sarrazins Kopftuchmädchen sind keine Frage von Biologie oder volkswirtschaftlicher Fehlinvestition, sondern Ausdruck verfehlter Politik. Globalisierung und Islamisierung sind die zwei Seiten derselben Medaille, die dank Sprache, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft als postmodernes Programm zur «Entmündigung des Menschen» geformt ist. Wer das nicht erkennt, wird entweder zum Rassisten oder zum staatfeindlichen, naiven Toleranzprediger: Die Wahlerfolge der Rechtspopulisten und der Grünen in diversen europäischen Ländern sprechen genau diese Sprache. Denn Natur ist für die Demokratie ein ebenso schlechter Ratgeber wie die Religion.
(von Regula Stämpfli/news.ch)
Mainstream kann durchaus unterhaltend sein, wie im kulturellen Bereich wie z. B. der Musik.
Nur gibt es auch Bereiche, in denen ein Intellekt zum "mitschunkeln " unpassend ist.
Man kan es also auch so sehen und komentieren wie Herr Etschmayer http://www.news.ch/Der+Tsunami+und+der+Strandstuhl/455075/detail.htm
Im Gegensatz zu Beckmann (Sarrazin war dort), hatte Kerner Herrmann sogar live aus der Sendung geschmissen!
Seien wir ehrlich, hätte Sarrazin nicht die Wörter "Juden" und "Gen" in den Mund genommen (bzw. ins Buch), wäre gar nichts passiert.
"Vorzeige-Juden" wie der unsägliche Friedmann enervieren sich öffentlich sehr gerne über Leute wie Sarrazin. Ich könnte kotzen, ganz ehrlich.
Und das hat mit Judenhass nichts zu tun. Es ist nur ein ganz klarer Fakt, dass in Deutschland eine regelrechte Überreaktion stattfindet sobald in irgendeiner Weise öffentlich irgendwas gesagt wird, dass auch nur andeutungsweise irgendwie negativ über Juden oder positiv über die N**i-Zeit ausgelegt werden kann.
Sein Buch wäre in Bedeutungslosigkeit verfallen, wären da nicht Politiker und die sogenannten Gutmenschen die sich aufblasen wie blöd. Spannend ist denn wahrscheinlich auch nicht das Buch, sondern die Reaktionen. Es bedeutet nichts anderes als dass man wenn man die Meinung der regierenden Politik und der Masse der Schafe nicht teilt politisch korrekt, angegriffen, ausgegrenzt und gesellschaftlich fertig gemacht wird. Sarrazin bezahlt diese Buch wahrscheinlich mit einem Ausschluss aus der Partei und einem Rausschmiss bei der Bank. Wahrscheinlich war er sich dies aber vorher schon bewusst.
Die Regierung würde sich besser damit beschäftigen, warum Sarrazin offensichtlich so vielen Bürgern aus der Seele spricht und Massnahmen ergreifen. Die politische Unzufriedenheit macht sich in Deutschland immer mehr bemerkbar. Die Stuttgarter Demos waren da nur ein kleiner Vorgeschmack.
In der Politik ist dies besonders schlimm. Siehe USA, Deutschland oder auch unser Schweizerländle.
Das wirkt sich leider sehr auf die Regierungsfähigkeit in diversen Länder aus.
Die Linke könnte man vielleicht generell als "naiv" und "zu sozial" nennen, die Rechte als zu sehr bedacht auf das Wohl des Einzelnen/der Bessergestellten und allgemein als zu "rassistisch".
Um es mal sehr einfach zu formulieren. Und dies bezieht sich vor allem auf die Politik.
Der Durchschnittsmensch hingegen ist selten einfach "links" oder "rechts" gesteuert, er hat diverse Meinungen und Überzeugungen, die sowohl sozial als zugleich fremdenfeindlich sein könnten z.B.
Leider funktioniert diese Realität zunehmends nicht mehr in den Demokratien. Denn was wählt man?
SPD oder CDU, SP oder SVP, Demokraten oder Republikaner. Und diese widerspiegeln selten, was der Durchschnittsmensch so denkt und fühlt. Die Pole werden zu stark und mächtig.
Das kann man z.B. mit Fussballclubs vergleichen. Die erfolgreichen werden immer reicher und deshalb noch erfolgreicher (meistens wenigsten).
Bei uns wäre dies der FCB, in Deutschland der FCB, in Spanien der FCB (das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen)
"Dabei sind nicht die antimuslimischen Tendenzen Sarrazins der eigentliche Stein des Anstosses, sondern die Selbstverständlichkeit eines Gedankengebäudes, das jeden, der nicht zu Gewinn und Vorteil der Volksgemeinschaft beiträgt, zu den Überflüssigen zählt, der ab- oder ausgeschafft werden sollte."
Schon klar, dass man den Wert eines Menschen nicht in erbrachtem Volksvermögen messen kann.
Aber man kann wie Sarazin feststellen, dass die Gruppe der Türkisch- und Arabischstämmigen auch in dritter Generation im Minus und keine Besserung in Sicht ist, sondern dass es im Gegenteil immer schlimmer wird, weil niemand darauf pocht, dass für die erbrachten Leistungen aus den Sozialversicherungen (Hartz IV, Sozial- und Kindergeld und Versicherungen, die sogar die Familie im Heimatland miteinschliesst, dazu die Tatsache, dass um die 70 Prozent der Gewalttäter aus diesen Kreisen kommen) auch eine Gegenleistung gefordert wird.
Er hat auch die triviale Tatsache in seinem Buch beschrieben, dass andere Migranten aus nicht - islamischen Kreisen, irgendwann als Beitragzahler im Plus sind. Damit zahlen auch diese mit an die durch die verfehlte Einwanderungspolitik entstehenden Kosten.
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