Verkehrschaos nach Bahnhof-Sperrung
publiziert: Dienstag, 10. Okt 2006 / 18:50 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Okt 2006 / 22:18 Uhr

Genf - Ein Bombenalarm hat am Dienstagabend rund um den Genfer Bahnhof Cornavin zu einem Verkehrschaos geführt und den Bahnhof lahmgelegt. Fast drei Stunden lang konnten keine Züge mehr von und nach Genf verkehren.

Das Bahnhofgebäude wurde evakuiert.
Das Bahnhofgebäude wurde evakuiert.
2 Meldungen im Zusammenhang
Rund 30 000 Reisende waren betroffen.

Ein anonymer Anrufer warnte die Kantonspolizei um 17.12 Uhr vor zwei Bomben im Bahnhof und im Globus-Warenhaus ganz in dessen Nähe. Die Gebäude wurden evakuiert und samt ihrer Umgebung abgesperrt. Mehrere Strassen waren nach Polizeiangaben unterbrochen.

Es kam zu Verkehrsstaus; Trams und Busse kamen nicht mehr voran. Wegen der Absperrungen rund um den Bahnhof konnte für die Reisenden kein Bus-Ersatzdienst organsiert werden, wie SBB-Sprecher Jacques Zulauff sagte. Gemäss Angaben der SBB fielen nach der Bombendrohung rund 40 Züge aus.

Der Bahnhof und das Warenhaus wurden durchsucht und dafür auch Sprengstoff-Spürhunde aufgeboten. Gefunden wurden nichts, wie die Genfer Kantonspolizei mitteilte. Der Bahnhof konnte deshalb nach 20.00 Uhr wieder freigegeben werden. Vor 21.00 Uhr rollten die Züge wieder. Im Warenhaus war der Alarm schon vorher aufgehoben worden.

Ermittlungen nach dem anonymen Anrufer

Die Kantonspolizei nahm Ermittlungen nach dem anonymen Anrufer auf, wie sie mitteilte. Verhaftungen gab es bis am späten Abend nicht. Für die Polizei kommt als Straftatbestand «Schreckung der Bevölkerung» in Frage. Gemäss Strafgesetzbuch wird dies mit bis zu drei Jahren Zuchthaus oder mit Gefängnis bestraft.

In den vergangenen Monaten waren die SBB wiederholt Ziel falscher Bombendrohungen gewesen. Im Juli wurde der Betrieb auf der Neubaustrecke Mattstetten BE - Rothrist AG wegen eines falschen Alarms vorübergehend eingestellt.

Im März führte im Bahnhof Zürich-Stadelhofen eine Bombendrohung zu einem Chaos im Bahnbetrieb während der Stosszeit. Und nur wenige Tage später ging auf dem Badischen Bahnhof in Basel, ebenfalls zur abendlichen Hauptverkehrszeit, eine Bombendrohung ein.

(smw/sda)

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