Vermisste «Arctic Sea» vor Kapverden gefunden
publiziert: Montag, 17. Aug 2009 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Aug 2009 / 17:25 Uhr

Moskau - Der vor drei Wochen verschwundene Frachter Arctic Sea ist wieder aufgetaucht. Gemäss dem russischen Verteidigungsministerium sei das Schiff vor der Küste der Kapverden im Atlantik gefunden und die 15-köpfige russische Besatzung auf ein Kriegsschiff gebracht worden.

Die Besatzung des Frachters ist am Leben.
Die Besatzung des Frachters ist am Leben.
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Die Crew sei wohlauf und habe nicht «unter bewaffneter Bewachung» gestanden, sagte Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow.

Serdjukow zufolge wurde die unter maltesischer Flagge fahrende Arctic Sea am Sonntag gegen 22.00 Uhr MESZ 300 Seemeilen vor den Kapverden entdeckt.

Crew wird befragt

«Die Seeleute wurden auf unseren U-Boot-Zerstörer gebracht», sagte Serdjukow nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen bei einem Treffen mit Präsident Dmitri Medwedew. Die Crew werde «vernommen».

Der Verbleib des Schiffes und seiner Besatzung war mehr als drei Wochen unklar, was eine internationale Suche ausgelöst hatte. Die kapverdische Küstenwache hatte den Frachter am Freitag geortet.

Die schwedische Polizei erhielt nach eigenen Angaben bereits Ende Juli Fotos von der Besatzung der «Arctic Sea». Darauf seien nach dem ersten Überfall auf das Schiff am 24. Juli vor der schwedischen Küste die Verletzungen der Crew zu sehen gewesen, sagte eine Sprecherin am Montag in Stockholm.

Der E-mailkontakt mit dem Kapitän sei jedoch noch Ende Juli abgebrochen. Weitere Angaben zu den Fotos machte sie nicht.

Zwei Überfälle

Nach EU-Informationen wurde der 98 Meter lange Frachter, der bereits am 4. August in der algerischen Küstenstadt Béjaia eintreffen sollte, vor und nach seinem Verschwinden Ende Juli zweimal überfallen. Die «Arctic Sea» hatte zuletzt am 28. Juli Funkkontakt mit der britischen Küstenwache.

Ob der 4000-Tonnen-Frachter entführt wurde oder aus anderen Gründen von seiner ursprünglich geplanten Fahrt abwich, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass die angeblich mit Holz beladene «Arctic Sea» Opfer einer neuen Form der Piraterie geworden sein könnte.

(sl/sda)

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