Vermutlich Umweltaktivisten hinter vergiftetem Wasser in Italien
publiziert: Dienstag, 9. Dez 2003 / 13:35 Uhr

Rom - Italienische Ermittler vermuten eine Offensive von Umweltaktivisten hinter den verseuchten Mineralwasser-Flaschen, die das ganze Land in Panik versetzt hat. Die verunreinigten Flaschen enthielten Reinigungsmittel.

Umweltaktivisten stehen im Verdacht die Mineralwasserflaschen verseucht zu haben.
Umweltaktivisten stehen im Verdacht die Mineralwasserflaschen verseucht zu haben.
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Die Staatsanwälte entdeckten im Internet ein verdächtiges Manifest von Umweltaktivisten, wie die italienischen Medien berichteten. Diese riefen zum Boykott der Mineralwasserproduzenten auf, die um die Lizenzen für die Ausnutzung der Mineralwasserquellen ringen.

Wer uns das Mineralwasser verkauft, will uns die Wasserquellen entziehen. Wir müssen die Lebensquellen verteidigen, hiess es in dem 400-Seiten-Manifest, das im Internet zugänglich ist.

Das Dokument war erstmals am 10. August nach dem Gipfel der EU-Aussenminister in der norditalienischen Stadt Riva del Garda veröffentlicht worden. Damals war es zu massiven Demonstrationen von Globalisierungsgegner gekommen.

In Italien wächst die Angst vor den verseuchten Wasserflaschen, in die Unbekannte Flüssigkeiten wie Ammoniak oder Reinigungsmittel injiziert haben. Täglich werden neue Fälle gemeldet. Seit dem 19. November wurden 55 verdächtigte Flaschen in 11 verschiedenen Regionen des Landes entdeckt.

Die Ermittler fanden verschiedene Reinigungsmittel, die zwar Übelkeit verursachen jedoch nicht lebensgefährlich sind. Dutzende von Personen wurden zu Kontrollen ins Spital eingeliefert.

In allen italienischen Supermärkten wurden Kontrollen angeordnet, um weitere Sabotageakten vorzubeugen. Eine Frau brachte der Polizei auch eine Plastikflasche mit Obstsaft, der verdächtigt roch. Die italienischen Konsumenten befürchten, dass auch Milch und andere Getränke sabotiert werden könnten.

(fest/sda)

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