Versagen nach «Katrina» wegen Führungsmangel
publiziert: Donnerstag, 2. Feb 2006 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Feb 2006 / 08:30 Uhr

Washington - Die langsame Reaktion der US-Regierung auf den Hurrikan «Katrina» ist zu einem grossen Teil auf krassen Führungsmangel zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt die Untersuchungsbehörde des US-Kongresses (GAO).

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Nach ihrem veröffentlichten Ermittlungsbericht sind weder der Minister für Innere Sicherheit, Michael Chertoff, noch der damalige Chef der Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA), Michael Brown, in den Tagen nach dem Hurrikan ihren Führungsrollen gerecht geworden.

«Katrina» hatte am 29. August vergangenen Jahres weite Teile der Staaten Louisiana und Mississippi verwüstet. Die Jazzmetropole New Orleans war fast völlig überflutet worden.

Verwirrung und Unentschlossenheit

Die Unklarheit über die Verantwortung bei der Koordination der Hilfsmassnahmen habe zu Verwirrung und Unentschlossenheit geführt, prangert die GAO an. Insbesondere geht sie mit Chertoff ins Gericht, der bisher weitgehend von Kritik im Zusammenhang mit «Katrina» verschont geblieben war.

Er habe den Hurrikan erst am 30. August zu einem «Ereignis von nationaler Bedeutung» erklärt, ein Mechanismus, mit dem Bundeshilfen freigesetzt werden.

Katrina hätte zu «katastrophalen Ereignis» erklärt werden müssen

Notwendig wäre es zudem gewesen, so die GAO weiter, «Katrina» zu einem «katastrophalen Ereignis» zu erklären. Das nämlich hätte noch umfassendere und raschere Hilfsaktionen ermöglicht.

Zuvor hatte bereits ein interner Prüfungsbericht der US- Katastrophenschutzbehörde Fema aufgezeigt, dass an den Strukturen des Ministeriums für Innere Sicherheit noch viel verändert werden muss.

In dem Bericht war die schlechte Führung beim Katastrophenschutz auch für die schleppende Reaktion auf den Hurrikan «Katrina» verantwortlich gemacht worden.

Erster Bericht über Ursachen der Verzögerungen

Der jetzt vorgelegte GAO-Bericht ist der erste Kongressbericht zu den Ursachen der massiven Verzögerungen bei der Unterbringung der «Katrina»-Flüchtlinge, der Anlieferung von Lebensmitteln sowie der Bereitstellung von Nationalgardisten und anderem Hilfspersonal.

Zur Zeit untersuchen auch je ein Ausschuss des Abgeordnetenhauses und des Senats, wie es zu dem Versagen kommen konnte.

(fest/sda)

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