Blauhelme in Jordanien angekommen
Verschleppte UNO-Beobachter sind wieder frei
publiziert: Samstag, 9. Mrz 2013 / 16:35 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Mrz 2013 / 00:56 Uhr
Die verschleppten Blauhelme sind wohlauf. (Archivbild)
Die verschleppten Blauhelme sind wohlauf. (Archivbild)

Beirut - Nach drei Tagen in der Hand syrischer Rebellen auf den Golan-Höhen sind 21 UNO-Soldaten wieder auf freiem Fuss. Am Samstag passierten sie wohlbehalten die Grenze zu Jordanien, wie die Vereinten Nationen bestätigten.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die von den Philippinen stammenden Männer seien in Jordanien angekommen, sagte eine Sprecherin der UNDOF-Mission der Nachrichtenagentur dpa. Bereits am Freitag hatten die Vereinten Nationen eine Einigung über die Freilassung der Soldaten erzielt.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte die Bemühungen aller an der Freilassung Beteiligten. Wie sein Sprecher mitteilte, rief er zudem die Konfliktparteien in der Region auf, die Neutralität der Friedenstruppen zu respektieren. Die Blauhelm-Soldaten sollten sich frei und sicher bewegen können.

Verzögerte Abreise

Die UNO-Soldaten waren am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa unweit der von Israel besetzten Golan-Höhen verschleppt und in das Dorf Al-Dschamla gebracht worden. Dort wurden sie in mehrere Gruppen aufgeteilt und mussten in Kellern ausharren. Das Dorf geriet derweil immer wieder unter Beschuss.

Die Vereinbarung zur Freilassung der Männer war laut UNO zuvor «mit allen Parteien» getroffen worden - also auch mit den syrischen Regierungstruppen. Wegen der hereinbrechenden Nacht hatte sich die Abreise der Soldaten am Freitag aber verzögert.

Für die Entführung zeichnete eine Rebellengruppe verantwortlich, die sogenannte Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade. Angehörige des Kampfverbands hatten zunächst behauptet, die UNO-Soldaten hätten Truppen von Präsident Baschar al-Assad Hilfe geleistet.

Der Gruppe, welche den Rückzug der syrischen Regierungstruppen aus der Region und ein Ende der Luftangriffe forderte, wird nachgesagt, feindliche Kämpfer auch schon enthauptet zu haben. Für die Entführung wurden sie von anderen syrischen Revolutionären scharf kritisiert.

Angst vor Übergreifen der Kämpfe

Die Entführung hatte Sorgen vor einem Übergreifen der Kämpfe in Syrien auf Nachbarländer genährt. In Syrien tobt seit zwei Jahren ein Aufstand gegen Präsident Assad, der sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet hat.

Die Beobachtermission UNDOF ist seit 1974 auf den Golan-Höhen im Einsatz. Israel hatte den strategisch wichtigen Landstrich im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzt, 1973 scheiterte Syrien im Jom-Kippur-Krieg mit der Rückeroberung. 1981 annektierte Israel die Golan-Höhen, der UNO-Sicherheitsrat bezeichnete den Schritt aber als ungültig.

Die derzeit etwa 1100 UNO-Beobachter kontrollieren den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien und überwachen eine Pufferzone zwischen den besetzten Gebieten und dem syrischen Staatsgebiet.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Nach der Entführung von 44 UNO-Soldaten auf den Golanhöhen haben ... mehr lesen 1
Im Laufe des Krieges sind Blauhelmsoldaten wiederholt von Extremisten verschleppt worden. (Symbolbild)
Österreich stellt auf den Golan-Höhen mit rund 370 Soldaten etwa ein Drittel der UNO-Truppe. (Archivbild)
Istanbul/Moskau - Die Vereinten Nationen haben die Stationierung russischer Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen abgelehnt. Als eines der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats ... mehr lesen
Berlin - Vier in Syrien entführte ... mehr lesen
Angehörige der UNO-Friedenstruppe waren in der vergangenen Woche an der Waffenstillstandslinie zu den von Israel besetzten Golanhöhen von syrischen Rebellen gefangengenommen worden. (Symbolbild)
Baschar al-Assads Regime beschwert sich bei der UNO.
Damaskus - Syriens Regime hat sich ... mehr lesen
Genf - Die in Syrien begangenen ... mehr lesen
In Homs tobt erneut eine Schlacht. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Manila - Die Vereinten Nationen haben eine Einigung über die Freilassung der von syrischen Rebellen festgehaltenen Blauhelm-Soldaten erzielt. Die Soldaten waren am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa unweit der von Israel besetzten Golanhöhen verschleppt worden. mehr lesen 
Manila - Die Geiselnahme mehrerer UNO-Soldaten in den Golanhöhen könnte ein rasches Ende finden. Die Entführer - syrische Rebellen - kündigten die baldige Freilassung der 21 philippinischen Blauhelme an. Sie reagieren damit offenbar auf Druck anderer Rebellengruppierungen. mehr lesen 
New York - Bewaffnete Anhänger der Oppositionsbewegung in Syrien haben am Mittwoch etwa 20 UNO-Beobachter auf den Golan-Höhen in ihre Gewalt gebracht. Der UNO-Sicherheitsrat in New York verlangte die «sofortige und bedingungslose» Freilassung der Beobachter. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 2°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 5°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 5°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 2°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 4°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 8°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten