Versöhnungsaufruf an Moslem-Konferenz
publiziert: Freitag, 10. Feb 2006 / 17:13 Uhr

Kuala Lumpur - Zum Auftakt einer hochkarätig besetzten Moslem-Konferenz in Kuala Lumpur hat der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi die westliche und die islamische Welt zur Versöhnung aufgerufen.

Der malayische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi.
Der malayische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi.
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«Der Westen sollte den Islam in der Weise behandeln, in der er selbst behandelt werden will und umgekehrt», sagte Abdullah. «Sie sollten einander als gleichwertig akzeptieren.»

Viele im Westen sähen den Islam «gleichbedeutend mit Gewalt». Moslems würden für «Sympathisanten des Terrorismus» gehalten und mit allem Negativen und Rückwärtsgewandten in Verbindung gebracht.

Verständigungsprobleme

Bei der zweitägigen Konferenz beraten hunderte Politiker, Religionsvertreter und Wissenschafter aus moslemischen Ländern über die Verständigungsprobleme zwischen islamischen Ländern und dem Westen.

Dabei geht es unter anderem um die Darstellung der jeweils anderen Seite in den Medien und die Auswirkungen der Globalisierung auf die moslemische Welt.

Demonstration

Mehr als 2000 Anhänger einer radikalislamischen Partei demonstrierten in Kuala Lumpur gegen die dänischen Mohammed- Karikaturen. Die Teilnehmer der Kundgebung zogen vor die dänische Botschaft und verlangten eine Entschuldigung der Regierung in Kopenhagen. Über Zwischenfälle wurde nichts bekannt.

Im Iran hat ein führender Geistlicher aufgebrachte Demonstranten dazu aufgerufen, nicht mehr ausländische Botschaften anzugreifen. Er ermutigte die Bevölkerung aber zu friedlichen Protesten.

Heiliger Zorn

«Ihr solltet Euren heiligen Zorn weiter zeigen, bis denen ihre Taten Leid tun», sagte Ayatollah Ahmad Chatami in Anspielung auf Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen. Chatami vermutete die USA hinter dem Abdruck der Zeichnungen in Europa.

In Teheran hatten Demonstranten in den vergangenen Tagen Steine und Brandsätze gegen die Botschaften von Dänemark, Norwegen, Österreich und Grossbritannien geschleudert. Die USA hatten daraufhin Iran und Syrien beschuldigt, die Proteste gegen die Karikaturen ausgenutzt und angestachelt zu haben.

(ht/sda)

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