Verteidiger: «Fluglotse wusste von Umstellung»
publiziert: Dienstag, 29. Mai 2007 / 16:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Mai 2007 / 18:58 Uhr

Bülach - Im Skyguide-Prozess haben sich zwei Verteidiger gegen den Vorwurf gewehrt, der Fluglotse sei in der Nacht des Flugzeugunglücks bei Überlingen (D) nicht korrekt über technische Massnahmen informiert worden.

War der Lotse vollständig informiert, als er den Kollegen in die Pause schickte?
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«Niemand konnte voraussehen, dass der Lotse in dieser Nacht zwei Flugzeuge vergessen würde», sagten beide Verteidiger vor dem Bezirksgericht Bülach, die am zweitletzten Prozesstag plädierten. Der Anwalt des Planungsleiters der technischen Arbeiten und jener des Spätdienst-Dienstleiters forderten für ihre Mandanten Freisprüche vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung.

Vor einer Woche hatte der Staatsanwalt allen acht angeklagten Zürcher Skyguide-Mitarbeitern Sorgfaltspflichtverletzungen vorgeworfen. Diese hätten am 1. Juli 2002 zur Überforderung des diensthabenden Fluglotsen und damit zur Kollision von zwei Flugzeugen im Bodenseegebiet geführt, bei der 71 Personen ums Leben kamen.

Nur noch Ersatztelefon

Der Flugsicherungsbetrieb in Zürich-Kloten habe vor den Wartungsarbeiten in der Unglücksnacht vom vorübergehenden Umstellen auf Ersatzsysteme gewusst. Dem verantwortlichen Lotsen sei beispielsweise sehr wohl klar gewesen, dass nur noch das Ersatz-Telefon verwendet werden konnte, sagte der Verteidiger des Planungsleiters.

Der Lotse habe gemäss eigenen Angaben zunächst gebeten, die Umstellung noch zu verschieben, und etwas später dann die Zustimmung gegeben. Zuständig für die korrekte Information des Lotsen seien der Dienstleiter und der Systemmanager des Spätdienstes sowie der Techniker gewesen.

«Überneinstimmende Aussagen»

«Das Briefing hat auch vorschriftsgemäss stattgefunden», sagte der Anwalt des Dienstleiters. Alle Angeklagten hätten seit Beginn der Untersuchung - ohne Absprache - weitgehend übereinstimmende Aussagen gemacht. Lediglich der Lotse habe «als Schutzbehauptung» in der Untersuchung gesagt, er hätte den zweiten Lotsen nicht in die Pause geschickt, wenn er umfassender informiert worden wäre.

Der Lotse wurde im Februar 2004 von einem Mann, der beim Unglück Frau und Kinder verloren hatte, umgebracht.

(ht/sda)

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