PRISM
Vertrauensverlust für die Internetbranche
publiziert: Dienstag, 11. Jun 2013 / 15:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Jun 2013 / 19:49 Uhr
Das Internet ist Teil unseres Lebensstils geworden.
Das Internet ist Teil unseres Lebensstils geworden.

Berlin/Bonn/Washington - Insider und Whistleblower stellen für Regierungsstellen mit ihren sensiblen, strenggeheimen und teils illegal erlangten Informationen eine immer grössere Gefahr dar.

11 Meldungen im Zusammenhang
Während sie einerseits darum bemüht sind, sich vor Hackerangriffen von aussen zur Wehr zu setzen, befindet der eigentliche «Feind» oftmals in den eigenen Reihen, wie die aktuellen Entwicklungen rund um die Enthüllung des breit angelegten Überwachungsprogramms PRISM der National Security Agency (NSA) zeigt.

«Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass alles, was technologisch machbar ist, auch gemacht wird. Mithilfe von Mausklicks kann jede Aktion, jede Bewegung und jedes Gespräch mitverfolgt werden», unterstreicht Thomas R. Köhler, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikationsberatung CE21, im Gespräch mit pressetext.

Facebook & Co beteiligt

Ans Licht der Öffentlichkeit hat die Existenz der weltweiten Bespitzelung der ehemalige CIA- und NSA-Mitarbeiter Edward Snowden gebracht. Laut Medienberichten sollen an dem Programm eine Reihe grosser Internetkonzerne beteiligt sein, unter ihnen Microsoft, Google, Facebook, Apple, Yahoo und weitere. Diese bestreiten eine Kollaboration jedoch. Der Reputations- und Vertrauensverlust, der damit einhergeht, ist enorm und «gefährdet die ganze Internetbranche», so Köhler.

Wesentliche Grundvoraussetzung für das grosse Aufdeckungspotenzial von Insidern ist das schnelle Kopieren und Übertragen von Daten. Mithilfe grosser mobiler Speichermedien und leistungsstarker Internetverbindungen ist das Entwenden und Weiterverbreiten von sensiblen Informationen um vieles einfacher geworden als noch zu Zeiten, in denen die digitale Penetration des menschlichen Zusammenlebens erst in ihrem Frühstadium war.

Das Potenzial, zum Skandal des Jahrzehnts zu werden

Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, um allerdings brisante Informationen wirklich publizieren zu können, braucht es den Zugang zu dem dementsprechenden Datenkonvolut sowie den Mut, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. «Snowden riskiert mit diesem mutigen Schritt sein Leben und hat seine Freiheit aufgegeben», sagt Köhler. Die aktuellen Enthüllungen haben das Potenzial, zu dem Skandal des Jahrzehnts zu werden - und das gerade einmal wenige Jahre nach den hohen Wellen, die die Enthüllungsplattform Wikileaks verursacht hat.

Wie sich Internet-User gegen diesen globalen «Lauschangriff» schützen können, ist nicht klar. Experten gehen vielmehr davon aus, dass man kaum mehr eine Chance hat, den Geheimdiensten zu entgehen, wenn sie sich erst einmal auf die eigenen Fersen geheftet haben. Abhilfe kann man sich verschaffen, indem man schlicht auf die zahlreichen angebotenen Internetdienste verzichtet. Für viele kommt dies aber nicht infrage, da sie bereits einen festen Platz in der alltäglichen Kommunikation und Mediennutzung eingenommen haben. Auch Verschlüsselungen sind nur unzureichend. Snowden gegenüber dem Guardian: «Sie wissen gar nicht, was alles möglich ist. Das Ausmass ihrer Fähigkeiten ist erschreckend. Wir können Wanzen in Computer einbauen. Sobald du online bist, kann ich deinen Rechner identifizieren. Sie werden niemals sicher sein, egal welche Sicherheitsmassnahmen Sie ergreifen.»

 

 

(dap/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
San Francisco - Ein vermutlich vom amerikanischen ... mehr lesen
Der E-Mail-Service «Lavabit» hat sich entschlossen, nicht mit den US-Behörden zu kooperieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Internet-Unternehmen und den Geheimdiensten ist breiter als zuerst vermutet.
New York - Die Zusammenarbeit von US-Geheimdiensten und US-Unternehmen ist laut einem Medienbericht breiter als es die jüngsten Enthüllungen vermuten liessen. Tausende Firmen würden ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Etschmayer Das Erstaunen und Entsetzen über den neuesten Spitzelskandal muss einen in den letzten Jahren gehärteten Zyniker eigentlich erstaunen und entsetzen. Hat wirklich jemand geglaubt, dass die in den USA beheimateten Datenkraken von den Geheimdiensten unangetastet bleiben? mehr lesen  4
Mozilla und seine Verbündeten sammeln Unterschriften.
New York - Der Firefox-Entwickler Mozilla stemmt sich gegen die Überwachung von Internet- und Telefondaten durch den US-Geheimdienst NSA. Er startete am Dienstag mit Rückendeckung von ... mehr lesen
Brüssel - In Europa verstärkt sich die ... mehr lesen
Aussenmnister Peter MacKay bestätigte und verteidigte das kanadische Spähprogramm.
«Wenn ich in ihre E-Mails oder in das Telefon ihrer Frau hineinsehen wollte, müsste ich nur die abgefangenen Daten aufrufen.»
In den Vereinigten Staaten sammelt man zurzeit Daten, und zwar im grossen Stil. Mehrere Internet-Konzerne bestätigten laut einem Zeitungsbericht der «Guardian», dass man auf ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Beim Surfen im Internet werden digitale Spuren hinterlassen, in vielen Fällen nicht zum Vorteil der User.
Beim Surfen im Internet werden digitale ...
Lage in der Schweiz und International  Bern - Der 30. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Schweiz wie auch international. Schwerpunktthema im aktuellen Bericht bildet der Umgang und die Problematik von Personendaten im Netz. mehr lesen 
SMS-Token zusätzlich zu deinem domains.ch Passwort  St. Gallen - Domains sind ein wertvolles immaterielles Gut. Nicht vorzustellen was passieren würde, wenn dein operativer und Umsatz bringender Online-Shop auf einmal gekapert würde. Alle E-Mail Geschäftskorrespondenzen nicht mehr ankämen und Unfug mit deiner Domain getrieben würde. mehr lesen  
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die Übermacht von Facebook, zusammen mit Schwesterprojekten wie Instagram und WhatsApp, war zu gross und etwas entscheidendes, bisher wenig beachtetes, fehlte zudem... eine eigene Domain. mehr lesen  
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital ... mehr lesen  
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich alles um Digital Marketing und E-Business dreht.
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 15°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 17°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 16°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 17°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 17°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 21°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten