Über 250 Tote bei Erdbeben in der Türkei
Verzweifelte Suche nach Überlebenden von Erdbeben in der Türkei
publiziert: Montag, 24. Okt 2011 / 21:45 Uhr

Istanbul - Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei suchen die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. Durch den Erdstoss der Stärke 7,2 in der Provinz Van wurden nach amtlichen Angaben mindestens 279 Menschen getötet. Der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc sprach von über 1300 Verletzten.

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Die Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli rechnete damit, dass die Zahl der Toten noch auf mehr als 1000 steigen wird. Andere Experten erklärten, die Zahl werde vermutlich niedriger sein als zunächst befürchtet. Rund 200 Nachbeben erschütterten bisher die Katastrophenregion.

Am stärksten betroffen war der Distrikt Ercis nahe der iranischen Grenze. Dort und in der Stadt Van stürzten dutzende Hochhäuser ein. Die Provinz Van wird mehrheitlich von Kurden bewohnt.

2400 Retter mobilisiert

Aus der gesamten Türkei wurden hunderte Such- und Rettungstrupps in die Katastrophenregion entsandt. Helikopter und Flugzeuge brachten Zelte, Lebensmittel und Medikamente in die Unglücksregion. Insgesamt mobilisierte die Türkei 2400 Retter aus 45 Städten.

Stromausfälle behinderten die Bergungsarbeiten, da das Beben viele elektrische Leitungen unterbrochen hatte. Retter waren mit von Generatoren angetriebenen Scheinwerfern im Einsatz.

Aus Angst vor Nachbeben verbrachten viele Bewohner die Nacht im Freien - bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Die Behörden forderten die Bevölkerung zudem auf, sich beschädigten Gebäuden wegen Einsturzgefahr fernzuhalten.

Hilferufe per Handy und Twitter

Mehrere Verschüttete konnten lebend aus den Trümmern geborgen werden. In der 75'000-Einwohner-Stadt Ercis hatte ein 19-Jähriger mit seinem Handy um Hilfe gerufen und wurde schliesslich aus den Trümmern eines sechsstöckigen Hauses geborgen.

Er kam mit Verletzungen am Bein ins Spital. Auch zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren sowie zwei Frauen wurden aus demselben Gebäude gerettet - 20 Stunden, nachdem das Beben die Stadt verwüstet hatte.

Viele Opfer versuchten, die Helfer mittels des Internet-Kurzbotschaftendienstes Twitter zu rufen. Eine der Botschaften lautete: "Alkanat-Strasse, Wohnung Vural, Ercis: Zwei Lehrerinnen sind verschüttet."

(fest/sda)

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