Brennelemente liegen frei
Verzweiflungstat: Helikopter werfen Wasser auf Reaktoren
publiziert: Donnerstag, 17. Mrz 2011 / 07:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Mrz 2011 / 11:26 Uhr

Tokio - Mit Löschhelikoptern in der Luft und Wasserwerfern am Boden soll die befürchtete Nuklear-Katastrophe im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 noch abgewendet werden. Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) starteten Armee-Helikopter mit tonnenschweren Wasserladungen.

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Mehrfach kippten sie einen riesigen Wasserschwall über den Reaktor 3. Der Fernsehsender NHK zeigte Live-Bilder von der Aktion, die mit dem Abwerfen der ersten Wasserladung um 9.48 Uhr begonnen hatte.

Die Helikopter können laut dem TV-Sender jeweils 7,5 Tonnen Wasser tragen. Mehrmals ergoss sich ein langer Vorhang aus Wasser über den Block 3, dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. Wie viele Tonnen Wasser die Helikopter bei jedem Anflug genau abwarfen und wie gezielt sie den Reaktor trafen, war zunächst unklar.

Parallel gingen elf Wasserwerfer vor dem AKW in Stellung. Sie sollen neben dem Reaktor 3 vor allem den Nachbarblock 4 kühlen, wie NHK berichtete. Dort ist das Dach nämlich noch teilweise intakt und ein Kühlversuch mit Helikoptern erscheint wenig vielversprechend.

Brennelemente liegen frei

Die Wasserwerfer sollten ebenfalls noch am Donnerstag zum Einsatz kommen. Das Wasser aus der Luft und vom Boden soll die Temperatur im Kraftwerksinnern der havarierten Anlagen senken. Die Brennelemente in Reaktor 3 liegen teilweise frei.

Vor dem Helikoptereinsatz war aus der Luft die Radioaktivität gemessen und entschieden worden, dass der Einsatz möglich sei. Am Mittwoch war ein entsprechender Einsatz unter Verweis auf viel zu hohe Strahlungswerte verschoben worden.

Tausende fliehen

In der Präfektur Fukushima verlassen unterdessen immer mehr Menschen ihre Häuser und bringen sich in Sicherheit. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, flohen weitere 28'000 Menschen vor der Gefahr radioaktiver Verstrahlung.

Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon überfüllt, hiess es. Deshalb würden viele Menschen auf umliegende Prfekturen ausweichen. Die Lage in den Notlagern im Erdbebengebiet im Nordosten wird ebenfalls immer angespannter.

«Die Gasvorräte gehen zu Ende», sagte ein Reporter des japanischen Fernsehens. An den Wassertanks bildeten sich Schlangen geduldig wartender Menschen. Mancherorts hat es geschneit. Auch Benzin an den wenigen noch geöffneten Tankstellen geht aus.

Swiss-Flüge nicht ausgelastet

Trotzdem sind die Swiss-Flüge von Tokio nach Zürich derzeit nicht ausgelastet. Auf dem Airbus A340, der am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen Kloten landete, waren nur 166 von 228 Plätzen besetzt, wie es bei der Fluggesellschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA hiess.

(bert/sda)

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