Schritt gegen Kriminalität
Videoüberwachung des Genfer Pâquis-Quartiers
publiziert: Dienstag, 14. Okt 2014 / 15:11 Uhr
Das Genfer Pâquis-Quartier zwischen Bahnhof und See wird nun überwacht.
Das Genfer Pâquis-Quartier zwischen Bahnhof und See wird nun überwacht.

Genf - Die Genfer Polizei überwacht seit Mitte Oktober das ganze Pâquis-Quartier zwischen Bahnhof und See mit Videokameras. Zum ersten Mal in der Schweiz werden diese Bilder live ausgewertet. Trotz «Big Brother» soll der Datenschutz gewährleistet bleiben.

3 Meldungen im Zusammenhang
Zumindest an Bahnhöfen oder bei Fussballstadien haben die meisten Schweizer Städte Videoüberwachung eingeführt. Genf geht jedoch einen Schritt weiter und hat im Hauptquartier der Polizei eine Einheit geschaffen, welche diese Bilder in Echtzeit auswertet.

Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) nennt das «Vidéoprotection», also «Schutz durch Videos» und nicht Überwachung. Zahlreiche Schilder in Genfer Pâquis-Quartier weisen Anwohner und Passanten darauf hin, dass das Gebiet «unter Schutz» steht.

Bisher 23 Kameras installiert

In der neu geschaffenen Zentrale im Hauptquartier der Genfer Polizei sitzen speziell ausgebildete Polizisten jeweils vor drei Bildschirmen, auf denen die Sichtfelder der Überwachungskameras live angezeigt werden. Bisher sind 23 Kameras installiert, weitere sechs folgen bis Ende Jahr.

Es handelt sich um 16 fest installierte Kameras, 11 drehbare Kameras, eine Wärmebild-Kamera sowie eine hochauflösende Kamera. Die normalen Kameras verfügen über eine Auflösung von zwei Millionen Pixel, die hochauflösende über eine von fünf Megapixel.

Nummernschild auf 150 Meter erkennbar

Bereits mit der tieferen Auflösung kann der Mitarbeiter mit seinem Joystick zoomen, worauf beispielsweise das Nummernschild eines Lastwagens deutlich erkennbar wird. Beobachten die Videospezialisten der Genfer Polizei ein Delikt, informieren sie die Einsatzzentrale, welche eine Patrouille alarmiert.

Die Videokameras dienen nur der Ergänzung, wie Pierre Maudet am Dienstag in Genf sagte. Die Patrouillen würden nicht ersetzt. Zudem sei nicht vorgesehen, präventiv einzugreifen, wenn beispielsweise verdächtige Personen im Quartier ausgemacht werden.

Die Einsatzzentrale selber hat kein Zugriff auf die Bilder. Um den Datenschutz zu gewährleisten, bleibt der Zugang auf die Sondereinheit der Genfer Polizei beschränkt. Auch sind die von den Kameras erfassten Gebäude unkenntlich gemacht, damit die Polizisten nicht in Wohnungen schauen können.

Die Aufnahmen müssen nach jeweils sieben Tagen gelöscht werden. Nur wenn sie für ein Strafverfahren verwendet werden, dürfen sie 90 Tage oder in Ausnahmefällen sogar länger gespeichert werden.

Bilanz in zwei Jahren

Die Bilder sollen täglich 20 Stunden lang von einem oder zwei Polizisten live verfolgt werden. Die Kameras kosteten rund eine Million Franken. Für den Betrieb der Videozentrale ist pro Jahr ebenfalls knapp eine Million Franken budgetiert.

Die Genfer Polizei erhofft sich zumindest eine raschere Erfassung und Aufklärung der Delikte, wie Maudet sagte. Konkretes Interesse aus anderen Schweizer Städten gebe es in dieser Phase des Projekts noch nicht. Das dürfte sich ändern, wenn Erfahrungswerte vorliegen.

Die Universität Neuenburg begleitet die Genfer «Vidéoprotection» und soll bis in zwei Jahren Bilanz ziehen, ob die Kriminalität zurückgeht, mehr Verbrechen aufgeklärt werden und ob sich die Anwohner sicherer fühlen.

Einmalige Chance

Das sei eine einmalige Chance, sagte Professor Francisco Klauser, der für die Evaluation zuständig ist. Bisher gebe es in der Schweiz kaum Studien zu den Auswirkungen der Videoüberwachung.

Falls die Bilanz gut ausfällt, kann sich der Genfer Sicherheitsdirektor Maudet vorstellen, dass auch andere Quartiere künftig von der Polizei per Video überwacht werden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Forscher der University of Washington haben mit vernetzten Kameras ein innovatives System entwickelt, um ... mehr lesen
Die von der SVP geforderte «permanente passive Aufzeichnung» ging dem Grossen Rat zu weit.
Basel - Die Basler Polizei bekommt keine 72 Kameras für die Überwachung des ... mehr lesen
Bern - In der Stadt Bern kann die Videoüberwachung nun doch eingeführt werden. Das Stadtparlament hat das ... mehr lesen 1
Überwachungskamera.
Die professionelle und zeitgemässe Zweifaktor-Authentisierung
Internet Datensafe Lösungen
DSwiss AG
Badenerstrasse 281
8003 Zürich
Facebook plant einige Veränderungen.
Facebook plant einige Veränderungen.
Facebook Veränderungen stehen an  Washington - Eine interne Untersuchung hat nach Angaben von Facebook keinerlei Hinweise auf systematische Nachrichten-Manipulationen in dem sozialen Netzwerk ergeben. Dies schrieb der Leiter der Rechtsabteilung, Colin Stretch.  
Zuckerberg kündigt Untersuchung an Washington - Nach Vorwürfen der Nachrichten-Manipulation auf Facebook hat Firmenchef ...
Beim Internet der Dinge  Zürich - Schweizer Firmen unterschätzen die Cyberrisiken beim Internet der Dinge. In einer KPMG-Studie gaben ...  
Vernetzte Technologielandschaften bieten deutlich mehr Angriffsflächen.
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Massiver Datendiebstahl bei der RUAG Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. ...
Cyber-Angriff auf weitere Bank Chicago - Nach der Zentralbank Bangladeschs ist nach Angaben des Zahlungssystems Swift ein ...
Wegweisende Technologien für den Hackerschutz und Marketing-Kampagnen Zwei Spin-offs der ETH Lausanne und Zürich erhalten ...
eGadgets Eigene Akku-Power im Notfall teilen Mithilfe von «PowerShake» lässt sich die Batterieladung ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


ICT-Security - von der Strategie bis zur Umsetzung
Digitale Zertifikate der wichtigsten Anbieter zu Top-Preisen: SSL, Code ...
GlobalProtec GmbH
Route de la Gravière 18
1782 Cormagens
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 8°C 14°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 9°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 11°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 8°C 14°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 7°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Lugano 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten