Viel Arbeit für Hitzfeld, viel Freizeit für das Team
publiziert: Montag, 7. Sep 2009 / 00:03 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Sep 2009 / 00:20 Uhr

Am Tag nach dem grossen Sieg über Griechenland genoss das Schweizer Nationalteam gestern einen freien Nachmittag. Nationalcoach Ottmar Hitzfeld beschäftigte sich derweil bereits mit dem kommenden Spitzenkampf am Mittwoch in Lettland.

Johan Vonlanthen und Ottmar Hitzfeld geben einem Fan ein Autogramm.
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Haben sich die Schweizer Fussballfans bereits derart an Erfolge ihrer Nationalmannschaft gewöhnt oder hat es sich bei ihnen herumgesprochen, dass am Tag nach einem Länderspiel lediglich die Ersatzspieler im Training an der Arbeit zu sehen sind?

Gestern in Freienbach war am Vormittag jedenfalls nichts zu spüren von einer Euphorie nach dem kapitalen Sieg im Spitzenkampf gegen Griechenland. Keine Begeisterungsstürme wie noch zu den Zeiten von Köbi Kuhn, als nach erfolgreichen Spielen an die 1000 Fans das Gelände rund um den Sportplatz Chrummen bevölkert hatten.

Knapp 100 Zuschauer verfolgten gestern die Trainingseinheit jener acht Kaderspieler, die am Samstag gegen die Griechen nicht, oder nur in der Schlussphase zum Einsatz gekommen waren. Zu dieser Gruppe gehört hätte eigentlich auch Eren Derdiyok, der sich jedoch im Teamhotel einer intensiven Pflege unterziehen musste. Der Leverkusen-Stürmer hatte am Samstag einen heftigen Schlag in den Rücken erhalten. Der Rücken war für kurze Zeit blockiert gewesen, übrig blieb jedoch einzig ein Bluterguss, der Derdiyok keine weiteren Probleme mehr bereiten sollte.

Grichting im Mittelpunkt

Der Rest der Schweizer Mannschaft erholte sich gestern im Hotel mit Massage vom Spiel, ehe der Rest des Tages bis um 22 Uhr zur freien Verfügung stand. Auf Blaise Nkufo und 1:0-Torschütze Stéphane Grichting wartete am frühen Abend jedoch noch ein Ausflug mit dem Hubschrauber ins Zürcher TV-Studio. Grichting war gestern klar der gefragteste Schweizer Spieler, Pressechef Marco von Ah musste eigens für den Auxerre-Söldner am frühen Nachmittag eine Fragestunde mit Schweizer Journalisten organisieren.

Nationalcoach Ottmar Hitzfeld freute sich für seinen Verteidiger: «Er hat es verdient, für einmal im Mittelpunkt zu stehen. Grichting hat bis jetzt eine grandiose WM-Qualifikation gespielt. Er ist charakterstark und hat eine grosse Sozialkompetenz. Ein sehr zuverlässiger Verteidiger, der konstant 90 bis 95 Prozent seines Leistungsvermögens abruft. Er fällt durch Leistung auf dem Platz und nicht daneben auf.»

Viel Arbeit für Hitzfeld

Während die Spieler einen freien Tag geniessen konnte, beschäftigte sich der Nationalcoach bereits mit dem nächsten Spiel am Mittwoch in Riga. Hitzfeld analysierte nochmals die Videoaufnahmen der Begegnung mit den Griechen und nahm auch die Partie zwischen Israel und Lettland (0:1) unter die Lupe. Am Montag wird er in Riga durch SFV-Beobachter Martin Trümpler zusätzlich über die Letten informiert. Trümpler weilte am Samstag in Tel Aviv und kehrt am Mittwoch wieder nach Israel zurück, um das Duell zwischen den beiden letzten Schweizer Gegnern Israel und Luxemburg zu beobachten.

Lichtsteiner kehrt zurück

Die Schweizer Mannschaft disloziert am Montagmittag nach Lettland und absolviert am Abend in Riga die erste Trainingseinheit. Erst dann wird man Neuigkeiten zu Gökhan Inler erfahren, der sich bis dahin weiter intensiv der Pflege seiner Muskelverletzung widmet. Für das Spiel am Mittwoch hat Hitzfeld bereits gestern einen ersten Wechsel angekündigt. Der gegen Griechenland gesperrt gewesene Stephan Lichtsteiner kehrt anstelle von Alain Nef als rechter Aussenverteidiger in die Startformation zurück.

(René Baumann, Freienbach/Si)

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