Papst Benedikt sorgt mit Rücktritt für Überraschung und Respekt
Viel Respekt für Entscheid des Papstes
publiziert: Montag, 11. Feb 2013 / 13:06 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Feb 2013 / 20:21 Uhr
Markus Büchel, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz.
Markus Büchel, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz.

Rom/Bern/Berlin/Paris - Mit Bedauern und Verständnis haben Politiker und Kirchenvertreter aus aller Welt auf die überraschende Rücktritts-Ankündigung von Papst Benedikt XVI. reagiert. Neben Respekt löste die Nachricht aus Rom aber auch Schock und Traurigkeit aus.

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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel würdigte Papst Benedikt XVI. als einen der bedeutendsten religiösen Denker der Gegenwart. "Wenn der Papst selbst jetzt nach reiflicher Prüfung zu dem Entschluss gekommen ist, seine Kraft reiche nicht mehr für die Ausübung seines Amtes, so hat das meinen allerhöchsten Respekt", sagte Merkel am Montag in Berlin.

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck reagierte sichtlich bewegt. Dafür "sind grosser Mut und Selbstreflexion nötig. Beides findet meinen ausserordentlichen Respekt", sagte Gauck. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, bezeichnete die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. als eine "grosse menschliche und religiöse Geste".

Paris und London würdigen Papst

Auch Frankreichs Staatschef François Hollande nannte den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. einen "höchst achtbaren" Schritt. Frankreich würdige "den Papst, der eine solche Entscheidung trifft", sagte Hollande am Montag in Paris vor Journalisten.

Nach Ansicht des britischen Premierministers David Cameron wird Papst Benedikt XVI. von "Millionen Menschen als spirituelle Leitfigur vermisst werden". Cameron würdigte in einer am Montag in London veröffentlichten Erklärung die Bemühungen des Papstes um die Stärkung der Beziehungen zwischen dem Vatikan und Grossbritannien.

An den Besuch des Papstes in Grossbritannien 2010 erinnere sich das Land mit "grossem Respekt und Zuneigung". Es war der erste Staatsbesuch eines Papstes in dem Land seit der Abspaltung der anglikanischen Kirche unter König Heinrich VIII. im Jahr 1534.

Italiens Regierungschef Mario Monti nahm die Nachricht erschüttert auf. Kurienkardinal Angelo Sodano nannte die Ankündigung einen "Blitz aus heiterem Himmel".

Obama dankt dem Papst

US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle dankten dem Papst für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Obama liess dem Papst "im Namen von allen Amerikanern" seine Wertschätzung und Gebete überliefern.

"Michelle und ich erinnern uns mit Freude an unser Treffen mit dem Heiligen Vater im Jahr 2009", sagte Obama. "Und ich wünsche denen das Beste, die bald zusammenkommen werden, um einen Nachfolger auszuwählen."

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sagte, Papst Benedikt habe die Beziehungen zwischen Katholiken und Juden "auf ein beispielloses Niveau"

Grosse Überraschung

Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) zeigt sich "enorm überrascht" vom Rücktritt des Papst. Das Pontifikat Benedikts XVI. habe eine grosse Bedeutung in der Geschichte der Kirche.

Nicolas Betticher, Pressebeauftragter der SBK, bezeichnet den Rücktritt des Papstes als "mutigen Schritt". Benedikt XVI. sei stets darum bemüht gewesen, dem Dienst an der Kirche die Priorität vor allem anderen einzuräumen.

Der Papst habe es vorgezogen, zurückzutreten, weil "er die nötige physische und psychische Kraft nicht mehr aufbringe, um das Amt weiterhin zu führen", sagte Betticher gegenüber der sda. Dieser Entscheid zeige, welche Bedeutung er dem Amt einräume.

Der Rücktritt von Benedikt XVI ist aus der Sicht Bettichers "eine weise Entscheidung, ein Akt der Nächstenliebe in der Absicht, in erster Linie der Kirche zu dienen".

Küng zollt Respekt

Der Theologe und Papst-Kritiker Hans Küng hat Benedikt XVI. für seinen Rücktritt Respekt gezollt. Dieser Schritt sei "aus vielen Gründen verständlich", sagte Küng in Tübingen.

"Zu hoffen ist aber, dass Ratzinger nicht Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nimmt", betonte der 84-Jährige. Allerdings habe Benedikt XVI. in seiner Amtszeit so viele Konservative Kardinäle berufen, dass unter ihnen kaum eine Person zu finden sei, "die die Kirche aus ihrer vielschichtigen Krise herausführen könnte".

 

(fest/sda)

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