Viele europäische Vogelarten auf dem Rückzug
publiziert: Montag, 22. Sep 2008 / 22:50 Uhr

Buenos Aires - Zahlreiche Vogelarten in Europa sind auf dem Rückzug. Das geht aus einem Bericht des internationalen Vogelschutzbundes BirdLife International hervor, der in Buenos Aires vorgestellt werden sollte.

In den mitteleuropäischen Wäldern sind kaum noch Uhus zu beobachten.
In den mitteleuropäischen Wäldern sind kaum noch Uhus zu beobachten.
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In Europa wurden dafür 124 weit verbreitete Vogelarten ein Vierteljahrhundert lang beobachtet. Bei 56 Arten (45 Prozent) ging der Bestand zurück.

So sei zum Beispiel die Zahl der europäischen Turteltauben in der untersuchten Zeitspanne um 62 Prozent geschrumpft.

In den mitteleuropäischen Wäldern sind kaum noch Uhus (Bubo bubo) zu beobachten, und von den Ozeanen verschwinden zahlreiche Seevögel.

Zugvögel trifft es besonders hart: In Europa werden sie durch intensive Landwirtschaft bedroht, im Nahen Osten machen die Menschen Jagd auf sie und in Afrika vernichtet Wüstenbildung ihre Winterreviere.

Umweltbarometer

Auf der ganzen Welt sinkt dem Report zufolge die Zahl der Vögel, weil ihr Lebensraum zerstört wird: Am Himmel über Zentralasien beispielsweise kreisten noch vor 16 Jahren Millionen Bengalgeier (Gyps bengalensis). Mittlerweile ist der Aasfresser fast ausgerottet, der Bestand ist «um 99,9 Prozent eingebrochen».

«Vögel sind ein leicht zu lesendes Umweltbarometer, das uns deutlich macht, welchen Druck unsere Lebensgewohnheiten auf die Artenvielfalt der Welt ausüben», betonte Birdlife-Vorstand Mike Rands in einer Mitteilung seiner Organisation.

Der Birdlife-Vorstand verkündete in dem Bericht zur Lage der Vögel der Welt («State of the world's birds») jedoch auch eine erfreuliche Nachricht. Demnach ist es gelungen, 16 Vogelarten zwischen 1994 und 2004 vor dem Aussterben zu retten.

(bert/sda)

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