Schlamperei mit Zugangsdaten
Viele würden Firmen-Passwörter verscherbeln
publiziert: Donnerstag, 24. Mrz 2016 / 08:52 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 24. Mrz 2016 / 13:26 Uhr
Angestellte gehen achtlos mit Passwörtern um.
Angestellte gehen achtlos mit Passwörtern um.

Austin/Frankfurt/Achim - Der Schutz von Unternehmensdaten ist für 20 Prozent der deutschen Angestellten kein Thema, wie eine Befragung von SailPoint zeigt.

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Laut dem Sicherheitsdienstleister liegt Deutschland damit an zweiter Stelle hinter den USA, wo sogar jeder vierte Mitarbeiter seine Firmen-Passwörter verkaufen würde. Von all jenen, die diesen Tauschhandel eingingen, würden 44 Prozent ihre Zugangsdaten sogar für unter 1'000 Dollar verscherbeln.

«Wenn das stimmt, bedeutet das, dass die Angestellten nicht mehr hinter ihrer Firma stehen - sie haben bereits informell gekündigt, die Corporate Identity ist nicht gegeben», warnt Unternehmensberater Bernd Höhne im Gespräch mit pressetext.

«Seit der Flexibilisierung der Arbeitswelt schwindet das Vertrauen zwischen Firmen und Mitarbeitern. Ein Auslöser dafür ist der überbordende Einsatz von Zeitarbeitsfirmen, die interne Stellen gefährden, die Löhne drücken und oft als moderne Sklaverei wahrgenommen werden. Die Unternehmen übernehmen immer weniger Verantwortung für ihre Mitarbeiter - und deren Vertrauen sinkt. Firmen müssen ihre Mitarbeiter wieder mehr als Leistungsfaktor und nicht ausschliesslich als Kostenfaktor betrachten und einen ehrlichen, offenen und verbindlichen Umgang anstreben, dann wäre kaum jemand bereit seine E-Mail-Adresse zu verkaufen.»

Auch Arbeitgeber sind schlampig

Der Umgang mit Passwörtern lässt auch auf anderen Ebenen zu wünschen übrig. Fast zwei Drittel der Angestellten verwenden nur ein einziges Passwort für mehrere Applikationen, ein Drittel teilt Passwörter mit Arbeitskollegen. Doch die Arbeitgeber sind selbst nicht immer um Datensicherheit bemüht: In Deutschland konnten 45 Prozent der Arbeitnehmer nach ihrer Kündigung noch in Firmen-Accounts einsteigen.

«Dass E-Mail-Adressen missbraucht werden ist teilweise schlichte Schlamperei aber auch an falschen Organisationsprinzipien festzumachen», kommentiert Höhne. «Personalisierte E-Mail-Adressen sind organisatorisch falsch. Viel besser wäre es, E-Mail-Adressen für Stellen zu vergeben, etwa 'VertriebNord@Firma.at'. Sobald der Angestellte die Stelle wechselt oder das Unternehmen verlässt, wird die Adresse samt Passwort an den Nachfolger weitergegeben. Denn wenn ein Mitarbeiter aus dem Elektroservice ins Management wechselt, nimmt er seine Werkzeugkiste ja auch nicht mit.»

(bg/pte)

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