«Vier Pfoten» Umfrage «Check your jacket»: Pelzträger sind ahnungslos
publiziert: Montag, 27. Jan 2014 / 12:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Jan 2014 / 10:46 Uhr

Wien/Berlin/Zürich - Viele Menschen wissen nicht, ob ihr Kragenbesatz ein echter oder falscher Pelz ist, geschweige denn, welche Tierart sie tragen. Einige wenige outen sich sogar als richtige Pelz-Fans.

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Vier Pfoten
Besuchen Sie auch die grosse «Vier Pfoten» Onlinekampagne gegen Pelz.
www.parade-gegen-pelz.org

Das ist, kurz gefasst, das Ergebnis der «Vier Pfoten» Aktion «Check your Jacket». Vor dem Hintergrund diverser derzeit stattfindender internationaler Modemessen, bei denen Pelz auch für die Kollektion 2014/15 eine grosse Rolle spielt, hatten die Tierschützer dazu letzte Woche in Wien, Berlin und Zürich vor allem junge Menschen in den Einkaufsstrassen nach ihrer Einstellung zu Pelz befragt.

Pelz ist wieder salonfähig

«Auch wenn es erfreulicherweise viele Passanten gab, die Pelz ganz entschieden ablehnen, zeigte sich deutlich, dass Pelz wieder salonfähig ist», sagt Kampagnenleiterin Corinne Abplanalp von «Vier Pfoten» Schweiz, die in Zürich die Interviews durchführte.

«Ein Grund dafür ist, dass wir Pelz in der aktuellen Mode vor allem als Besatz und kaum noch als kompletten Mantel finden». Corinne Abplanalp sieht grossen Aufklärungsbedarf: «Viele der Befragten wussten nichts über das Fell an ihrer Kleidung. Einige dachten, dass aufgrund des niedrigen Preises einer Jacke der Besatz niemals ein echter Pelz sein könnte. Doch der Preis ist kein Kriterium: Kleidung mit Echtpelz-Besatz kann durchaus günstig sein, eine Mütze mit Pelzbommel ist schon für 20 Franken zu haben.»

Deklarationspflicht für jedes Pelzprodukt

In der Schweiz muss ab 1. März 2014 jedes Pelzprodukt deklariert werden. Die Deklarationspflicht für Pelze soll tierfreundlichen Eidgenossen dann eine bewusste Entscheidung gegen Pelzware im Handel ermöglichen. Die Schweiz hat in diesem Sinne eine nachahmenswerte Regelung beschlossen. «Die Schweizer Deklarationspflicht klärt Konsumenten über die geografische Herkunft von Pelzen, die Tierart und die Haltungsbedingungen auf und hilft so im besten Falle die Verkaufszahlen zu reduzieren», erläutert Corinne Abplanalp,. Dennoch bietet auch diese Deklarationsauskunft noch Schlupflöcher, wenn Pelzprodukte ohne detaillierte Informationen ins Land gelangen.

Bei Unklarheit etwa kann folgende Etikette dem Pelz beigefügt werden: «Kann aus Fallenjagd, oder Jagd ohne Fallen oder aus jeglicher Haltungsart insbesondere auch aus Käfighaltung stammen». Aus Tierschutzsicht wäre ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelze die beste Lösung.

Weltweit sterben jedes Jahr zirka 100 Millionen Tiere

Durch die Verwendung kleiner Pelzteile und eine steigende Nachfrage in Asien ist die Anzahl der für Mode getöteten Pelztiere drastisch angestiegen; weltweit sterben jedes Jahr zirka 100 Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde für die Modebranche. Die bewegungsfreudigen Tiere fristen in winzigen Drahtgitterkäfigen ein kurzes Leben und werden qualvoll getötet. Andere Arten wie Kojoten oder Waschbären werden durch tierquälerische Fallen in der freien Wildbahn gefangen.

«Vier Pfoten» setzt sich auf europäischer Ebene für ein gesetzliches Verbot der Pelztierhaltung und ein europaweites Handels- und Importverbot für Felle und Pelzprodukte ein. In Österreich und Grossbritannien sind Pelzfarmen bereits verboten.

In der Schweiz gelten Pelztiere als Wildtiere und müssen entsprechend den Mindestanforderungen für Zootiere in relativ weitläufigen Gehegen gehalten werden, was eine wirtschaftliche Pelzproduktion verunmöglicht. Der Verkauf von Pelzprodukten geht aber in diesen Ländern weiter. Nur wenn sich die Modebranche und der Konsument klar gegen Pelz entscheiden, kann das sinnlose Tierleid gestoppt werden. 

Man kann aber auch selbst testen, ob man es mit Echtpelz zu tun hat.

Corinne Abplanalp: «Bei Auseinanderziehen der Pelzhaare sieht man, ob der Pelz auf Leder oder einem textilen Stoff haftet - Leder ist ein eindeutiges Indiz für Echtpelz.» Bläst man in den Pelz sachte hinein und die Härchen flirren in verschiedene Richtungen, handelt es sich ebenfalls um Echtpelz. «Falscher Pelz ist weniger fein und reagiert nicht so extrem», erklärt die «Vier Pfoten» Kampagnenleiterin. Grundsätzlich ist auch der Geruch-Test aufschlussreich: Zündet man Pelzhaare an, riecht es typisch nach verbrannten Haaren.

(li/Vier Pfoten)

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