Tag des Orang-Utans
«Vier Pfoten» hilft Orang-Utan Waisenkindern bei der Wiederauswilderung
publiziert: Mittwoch, 19. Aug 2015 / 11:47 Uhr
Orang-Utans müssen, wie Menschen auch, alle Überlebenstechniken erlernen.
Orang-Utans müssen, wie Menschen auch, alle Überlebenstechniken erlernen.

Zürich - Anlässlich des Internationalen Tag des Orang-Utans am 19. August macht die internationale Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» auf das Leid der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans aufmerksam.

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Während in Industriestaaten diskutiert wird, Menschenaffen Grundrechte für Personen zu gewähren, weil sie Menschen psychisch derart ähnlich sind, läuft in ihren Ursprungsländern ein erbarmungsloser Vernichtungskampf: In den letzten vier Jahrzehnten ist auf Borneo doppelt soviel Regenwald zerstört worden, wie anderswo auf der Welt. Orang-Utans werden so zu Opfern der Palmöl-, Tropenholz- und Kohleindustrie. Jährlich werden zwei bis drei Tausend Orang-Utans getötet, zuweilen für Kopfgeld in Ölpalmplantagen, weil man sie als Ernteräuber betrachtet. Tierhändler verkaufen die wehrlosen Waisen illegal als Haustiere. Weltweit sind 60% aller illegal gehandelten Menschenaffen Orang-Utans.

Rettungsstation auf Borneo ermöglicht Auswilderung

Seit 2007 gibt «Vier Pfoten» den verfolgten Orang-Utans in Zusammenarbeit mit der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) eine zweite Chance und ihre Würde zurück: In der Rettungsstation Samboja Lestari in Ost Kalimantan/Borneo werden konfiszierte Orang-Utan-Waisen gesund gepflegt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Dr. Signe Preuschoft, Leiterin des Orang-Utan Projektes: «Die meisten unserer Neuankömmlinge sind zwischen zwei und fünf Jahren alt. Diese Waisenkinder sind zu Beginn oft schwer traumatisiert. In unserem über Jahre laufenden Rehabilitierungsprogramm ersetzen wir ihnen die Mutter und fangen sie emotional auf, dann bilden wir sie aus, sodass sie mit dem Erreichen der Pubertät wieder in die Freiheit entlassen werden können.»

Orang-Utans besuchen Waldschule und Akademie

Orang-Utans müssen, wie Menschen auch, alle Überlebenstechniken erlernen. Bis zu 14 Jahre gehen heranwachsende Orang-Utans bei ihrer Mutter in die Lehre. In der «Waldschule» ersetzen Tierpfleger die Aufgabe der Mutter und bringen den Waisen bei, sich in Bäumen fortzubewegen, Nahrung zu finden und zuzubereiten. Sie lernen sich im Wald zu orientieren, Schlafnester zu bauen, Feinde zu vermeiden und auch, wie man mit anderen Orang-Utans umgeht. Kernstück des Rehabilitierungsprogrammes ist die Orang-Utan-Akademie im Auswilderungswald. Hier wird der allmähliche Ablösungsprozess eines Orang-Utan-Jugendlichen von seiner Mutter nachempfunden. Denn es ist wichtig, dass bei der Auswilderung nicht das alte Trennungstrauma wieder wachgerufen wird. In der Akademie werden zur Zeit sieben Orang-Utans auf ihre Freiheit vorbereitet. Bereits 2013 haben «Vier Pfoten» und BOSF sechs Orang-Utans in den geschützten Wald Kehje Sewen erfolgreich ausgewildert.

Fehlende Auswilderungsgebiete gefährden Projekt

Der indonesische Aktionsplan für Orang-Utans sieht vor, dass dieses Jahr Hunderte von Orang-Utans aus verschiedenen Auffangstationen in die Freiheit entlassen werden. Allerdings fehlen die Auswilderungsgebiete. «Vier Pfoten» bemüht sich derzeit um den verbesserten Schutz eines eigenen möglichen Auswilderungsgebietes, um mehr Orang-Utans aus der Akademie zu Freiheit und Sicherheit verhelfen zu können. Julie Stillhart, Country Manager Schweiz: «Der Erfolg dieses Projektes ist hängt an so vielem ab. Von der Regierung vor Ort bis zum Konsumenten hier in der Schweiz. Mit Patenschaften können wir von der Schweiz aus am besten Unterstützen.»

(li/Vier Pfoten)

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