Bioei-Skandal
«Vier Pfoten» setzt sich für artgerechte Haltung bei Eiprodukten ein
publiziert: Mittwoch, 27. Feb 2013 / 12:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Mrz 2013 / 10:09 Uhr
Hühner in einem deutschen Grossbetrieb.
Hühner in einem deutschen Grossbetrieb.

Zürich - Der Bio-Eier-Skandal in Deutschland zeigt, wie wichtig Verbrauchern die tierfreundliche Haltung von Legehennen ist. In der Schweiz ist Käfighaltung seit 1992 verboten, allerdings kommen Eier zur Weiterverarbeitung meist aus dem Ausland, vor allem aus Holland, Deutschland oder Frankreich.

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Die importierten Eier können aus verschiedenen Haltungsformen stammen, und in vielen Fertigprodukten sind Eier aus industriellen Grossbetrieben verarbeitet.

Eier aus tierfreundlicher Haltung

Die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» setzt sich dafür ein, dass in allen Bereichen Produkte mit Eiern aus tierfreundlicher Haltung verwendet werden. Im Januar 2013 hat «Vier Pfoten» daher alle Schweizer Luxus-Gastronomien und 
-Hotels angefragt, welcher Herkunft ihre verarbeiteten Eier sind. Das Ergebnis wird in Kürze veröffentlicht.

«Besonders die Luxus-Gastronomie hat genügend finanzielle Mittel, um auf die Herkunft der Eier zu achten», davon ist Corinne Abplanalp, Kampagnenleiterin von «Vier Pfoten» Schweiz, überzeugt. Die Unternehmen mit Eiern aus Freiland- oder sogar Bio-Haltung dienen als Positivbeispiel und gehen als Vorbild für andere Firmen voran.

«Das hat mehrere Vorteile. Einerseits ist den Hühnern direkt geholfen, indem sie besser gehalten werden, andererseits kann es zu Marketingzwecken verwendet werden. Und nicht zum Schluss schmeckt ein Bio-Ei viel besser als ein konventionelles».

Machbarkeits-Studie zur Kennzeichnungspflicht

In diesem Zusammenhang hat die Tierschutzorganisation aktuell eine Machbarkeits-Studie zur Kennzeichnungspflicht von Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln wie Teigwaren, Kuchen und Mayonnaise veröffentlicht. Fazit: Genauso wie in Frisch-Eiern könnte die Pflicht zur Kennzeichnung der Hühner-Haltungsform bei verarbeiteten Produkten umgesetzt werden. «Vier Pfoten» führt in der Studie konkrete Lösungsvorschläge zur Implementierung einer verpflichtenden Information auf den Produktpackungen an.

Mehr Transparenz für Konsumenten

«Als Konsument hat man im Supermarkt keine Chance, Fertigprodukte mit Käfig-Eiern von Produkten mit Freiland-Eiern zu unterscheiden», kritisiert Corinne Abplanalp. «Die EU spricht sich für mehr Transparenz für Konsumenten aus. In der Tat gibt es nicht nur in der EU viel Verbesserungspotenzial. Wir zeigen nun einen Weg, um bei Eiern in verarbeiteten Produkten Klarheit für den Verbraucher zu schaffen», sagt Corinne Abplanalp.

Die Tierschützer schlagen vor, die Haltungsform (also Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung oder biologische Haltung) in der Zutatenliste anzuführen. «Man könnte sie in Klammer nach der Ei-Zutat setzen», sagt Corinne Abplanalp. «So muss der Käufer nicht einmal einen Kennzeichnungsschlüssel entziffern.»

«Vier Pfoten» appelliert auch an die Schweiz. «Wenn die Information zur Haltungsform beim Schalenei verpflichtend ist, warum sollte das bei Eiern in verarbeiteten Produkten nicht auch möglich sein? Wird die Deklaration in der EU umgesetzt, sollte die Schweiz den Anschluss nicht verpassen», so Corinne Abplanalp.

(li/Vier Pfoten)

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