Hilfe für Albaniens Braunbären
«Vier Pfoten» und Regierung besiegeln Kooperation
publiziert: Donnerstag, 24. Mrz 2016 / 10:36 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 24. Mrz 2016 / 11:04 Uhr
Im BÄRENWALD Prishtina finden ehemalige Restaurantbären ein neues Zuhause.
Im BÄRENWALD Prishtina finden ehemalige Restaurantbären ein neues Zuhause.

Zürich - Der albanische Umweltminister Lefter Koka und «Vier Pfoten» Präsident Heli Dungler haben am vergangenen Wochenende eine Absichtserklärung unterschrieben. Gemeinsam wird man an einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Lösung für die missbrauchten Braunbären in Albanien arbeiten.

4 Meldungen im Zusammenhang
Während die illegale Privathaltung von Bären im Kosovo bereits vor drei Jahren beendet werden konnte, leiden im Nachbarland Albanien noch immer zahlreiche Bären unter grausamen Bedingungen. Ihre Situation wird sich dank der vom albanischen Umweltminister Lefter Koka und «Vier Pfoten» Gründer Heli Dungler unterschriebenen Absichtserklärung bald bessern. Heli Dungler ist zuversichtlich: «In Albanien fristen noch immer schätzungsweise bis zu 80 Bären ein Leben in Gefangenschaft. Wir freuen uns, dass wir der albanischen Regierung nun unsere Unterstützung und langjährige Erfahrung anbieten können und hoffen, dass wir mit vereinten Kräften die Situation der Bären im Land verbessern. Unser langfristiges gemeinsames Ziel ist die vollständige Beendigung der grausamen Privathaltung von Bären, ebenso wie wir sie im Kosovo erreichen konnten.»

Verschärfter Strafvollzug für Privathaltung von Braunbären

Der wildlebende Braunbär ist in Albanien bereits gesetzlich geschützt, doch werden Vergehen meist nicht oder nur mit sehr geringen Geldstrafen geahndet. Weiterhin gibt es keine offiziellen Angaben über die tatsächliche Zahl der Bären in Gefangenschaft und es mangelt an artgemässen Unterbringungsmöglichkeiten für Wildtiere aus schlechter Haltung. In einem ersten Schritt soll daher der Strafvollzug verschärft, ein Registrierungssystem für Braunbären in Gefangenschaft und ein Konzept für ein Bärenrettungszentrum erarbeitet werden. Zudem soll das bereits bestehende Gesetz zum Schutz der heimischen Fauna um ein Verbot aller Formen der grausamen Privathaltung ergänzt werden. Die tierquälerischen Praktiken sind jedoch nicht das einzige Problem: Fast alle privat gehaltenen Bären in Albanien wurden illegal in der Wildnis als Jungtiere eingefangen. Dadurch ist auch die wildlebende Population, die sich derzeit nur mehr auf rund 250 Tiere beläuft, stark gefährdet.

Bären in Ketten für den Tourismus

Die meisten privat gehaltenen Bären werden für Profit- und Unterhaltungszwecke eingesetzt. Lefter Koka, Umweltminister von Albanien kennt das Problem: «Zuerst wollen wir uns auf die grausamsten Fälle konzentrieren. Es gibt viele Bären, die als Touristenattraktion missbraucht werden, zum Beispiel in kleinen Käfigen neben Restaurants, an Stränden oder bei Sehenswürdigkeiten. Wir wollen das Image Albaniens als verantwortungsvolle Tourismusdestination stärken, in der Tierquälerei keinen legitimen Platz hat.» In Käfigen oder an Ketten vegetieren sie in der Nähe von Restaurants und Hotels oder in Hinterhöfen vor sich hin, oder sie müssen an Stränden und in Fussgängerzonen als «Fotorequisiten» für Touristen herhalten. Die Bären werden dabei häufig mit Ketten an der Nase fixiert, um leichter von ihren Besitzern kontrolliert werden zu können.

Kosovo - best practice

Die Feier der Grundsteinlegung im BÄRENWALD fand am 19. März statt: An diesem Tag wurde vor drei Jahren die «Restaurant-Bärin» Kassandra von der internationalen Tierschutzorganisation gerettet - sie war die erste Bärin, die im BÄRENWALD ein neues Zuhause bekam. Zwölf weitere Restaurantbären folgten bald nach und wurden mit der Unterstützung der kosovarischen Regierung noch im gleichen Jahr gerettet und in den BÄRENWALD gebracht. Kosovo stellte sich als echtes «best practice» Beispiel heraus: Mit vereinten Kräften der Regierung und von «Vier Pfoten» konnte eine nationale Lösung zur Beendigung der illegalen Privathaltung von Bären umgesetzt werden. Alle beteiligten Partner werden hart daran arbeiten, einen ähnlichen Erfolg im Nachbarland Albanien zu erzielen.

(anM/Vier Pfoten)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Letzte Woche traten zwei Braunbärinnen in Polen die Reise in ihr neues Freigehege im Zoo Poznan an. Sie lebten bisher in ... mehr lesen
Dieses Betongehege konnten die beiden Bärinnen nun endlich verlassen. Ab jetzt heisst es Wiese statt Beton.
Brüssel - Die EU will das «Geschäftsmodell» der Schlepper zerstören und die illegalen Migrationsströme zum Erliegen bringen. Nach der Schliessung der Balkanroute ... mehr lesen
Das Mit- und Vorführen von Wildtieren in Zirkussen ist aus der Sicht des Tierschutzes höchst problematisch. Einerseits ist es kaum möglich, den Tieren im Rahmen des Zirkusbetriebs artgerechte ... mehr lesen
TIR-Themenflyer «Keine Wildtiere im Zirkus».
Schon nächstes Jahr werden die ersten Bären ins neue Bärenschutzzentrum einziehen.
Schon nächstes Jahr werden die ersten Bären ins neue ...
Zürich - Mit der offiziellen Grundsteinlegung wurde es am vergangenen Donnerstag besiegelt: In der Westukraine entsteht ein neues «Vier Pfoten» Bärenschutzzentrum. Bis zu 20 misshandelte Kampfbären werden dort ein neues Zuhause erhalten. mehr lesen 
Zwei neue Bären streifen durch Graubünden Chur - Drei Wochen nachdem der letzte Einwanderer im Unterengadin von einem Zug ...
Checkliste  Zürich - Kommt ein Hund in sein neues Zuhause, sollte man an den Besuch einer Hundeschule denken. Hund und Besitzer lernen unter fachkundiger Anleitung miteinander umzugehen und zu kommunizieren. Der Hund nimmt ausserdem Kontakt zu anderen Hunden auf - entscheidend für den späteren Umgang mit Artgenossen. «Vier Pfoten» gibt Tipps, wie man die geeignete Hundeschule findet.  
Braunbärenhaltung in Polen  Zürich - Anfangs April wurde in den Bergen im Südosten Polens ein drei Monate altes Bärenjunges ...  
Das Bärenmädchen Puchatka wird im Zoo Poznan schon bald ein grosses Gehege zum Spielen zur Verfügung haben.

Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Mao-Büsten aus der Zeit der Kulturrevolution: «Sonne des Ostens» und Halbgott.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 14°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig viele Gewitter bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
St. Gallen 15°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen stark bewölkt, Regen
Luzern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 13°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten