'Vier Punkte, dann sind wir im Fahrplan'
publiziert: Mittwoch, 1. Sep 2004 / 22:49 Uhr

Im PSV Eindhoven war Johann Vogel zuletzt nicht immer erste Wahl. Zudem reiste der Romand leicht angeschlagen ins Trainingscamp in die Schweiz. Keine gute Vorbereitung für den 27-Jährigen, dem als Captain eine zentrale Rolle im Team zukommt. Gleichwohl ist Vogel für die Zukunft optimistisch.

Johan Vogel wird die Schweiz erstmals in einem Wettbewerbsspiel als Captain aufs Feld führen.
Johan Vogel wird die Schweiz erstmals in einem Wettbewerbsspiel als Captain aufs Feld führen.
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Als seine Kollegen zum Freistoss-Training schritten, war Vogel längst in der Kabine verschwunden. Noch behindert ihn eine Verhärtung im linken Oberschenkel. In gemächlichem Rhythmus konnte er am Mittwochabend aber immerhin erstmals am Training der Mannschaft teilnehmen. "Ich hatte zuletzt einen ungünstigen Rhythmus", erklärte Vogel. "Erst spielte ich während zwei Wochen nie, dann absolvierte ich in zehn Tagen vier Partien."

Am Samstag wird Vogel die Schweiz erstmals in einem Wettbewerbsspiel als Captain aufs Feld führen. "Verändert hat sich meine Position im Team durch das Captainamt nicht. Die Binde ändert einen Menschen nicht", sagte Vogel.

Als verlängerter Arm des Trainers werde er ein Bisschen stärker in gewisse Details "wie zum Beispiel die Prämien-Regelung" einbezogen als bisher. "Doch als Mitglied des Spielerrates habe ich auch schon früher in Bereichen neben dem Platz meine Meinung eingebracht."

Optisch diskret

Auch auf dem Rasen soll sein Einfluss unvermindert bleiben. Als Ballverteiler im zentralen defensiven Mittelfeld waren seine Auftritte in der Vergangenheit optisch oft diskret. Doch wie wichtig Vogel für das Teamgefüge ist, merkte man beispielsweise an der EM-Endrunde gegen England, als er wegen einer Sperre fehlte.

Unverzichtbar für das Nationalteam will der Genfer auch jetzt bleiben, da er in Eindhoven nicht mehr unumstritten ist. Seit der PSV Eindhoven den holländischen Internationalen Philipp Cocu verpflichtet hat, ist Vogel im defensiven Mittelfeld Konkurrenz erwachsen.

In den ersten beiden Meisterschaftsspielen kam er ebenso wenig zum Einsatz wie in den beiden Qualifikationspartien zur Champions League. Und am vergangenen Samstag, als er beim 2:2 gegen Breda in der Startformation figurierte, erlitt Vogel noch vor der Pause die Verletzung im Oberschenkel. "Das Kader ist jetzt breiter als in den letzten Jahren. Das heisst aber nicht, dass ich nun plötzlich umstritten bin", wehrte Vogel unangenehme Fragen ab.

Überhaupt spricht er in diesen Tagen lieber über die Nationalmannschaft als über die Situation im Verein. "Wir haben hier vier Tage Zeit, um die Vergangenheit und die Tage in Portugal zu vergessen und uns auf die Zukunft zu konzentrieren." Eine Zukunft, die der Nationalmannschaft viel Positives bringen soll. "Die Harmonie in der Gruppe ist intakt. Wir wissen, dass wir eine kompakte Mannschaft haben. Daher müssen wir optimistisch sein", sagte Vogel. Vier Punkte aus den beiden Partien gegen die Färöer und Irland müssten sie mindestens erreichen. "Dann sind wir im Fahrplan."

Erst 10 000 Tickets weg

Ob auch die Fans auf den Qualifikations-Zug aufspringen, ist ungewiss. Für die Partie vom Samstag gegen die Färöer sind im Vorverkauf erst 10 000 Tickets abgesetzt worden. "Das überrascht mich nicht", sagte Vogel. "Nach der Europameisterschaft und den Olympischen Spielen haben die Leute jetzt vielleicht genug vom Sport. Es liegt nun an uns, die Euphorie mit einem guten Start wieder zu entfachen." Vier Punkte das wäre ein guter Anfang. So begannen die Schweizer auch vor zwei Jahren die letztlich erfolgreiche Ausscheidungs-Kampagne für Portugal.

(von Stefan Wyss, Freienbach/Si)

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