Viereinhalb Jahre Zuchthaus für Ex-Pfarrer von Uznach
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2003 / 13:42 Uhr

Uznach - Der frühere katholische Pfarrer von Uznach SG ist vom Kreisgericht Gaster-See zu einer Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Der Geistliche hatte in Uznach jahrelang Knaben sexuell missbraucht.

Gemeinde Uznach.
Gemeinde Uznach.
Das Gericht sprach den 64-Jährigen der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen sexuellen Nötigung schuldig, wie es mitteilte.

Begleitend zur Zuchthausstrafe ordnete es eine ambulante Psychotherapie an. Das Verschulden wiege sehr schwer, heisst es.

Dem Pfarrer wurde vorgeworfen, zwischen 1992 und 1997 regelmässig den Knaben einer befreundeten Familie sexuell ausgebeutet zu haben. Das Opfer, das zu Beginn etwa 7-jährig war, übernachtete jeweils beim Pfarrer, der auch sein Firmgötti war.

Nach seiner Verhaftung im März 2002 zeigte sich der Seelsorger geständig. Er gab auch weitere sexuelle Verfehlungen an einem Bruder des Opfers und weiteren Knaben zu.

Diese Taten sind jedoch verjährt und waren nicht Gegenstand der Anklage. Der Pfarrer befindet sich seit April 2002 freiwillig im Strafvollzug.

An der Gerichtsverhandlung vergangene Woche in Jona forderte der Staatsanwalt fünfeinhalb, der Verteidiger dreieinhalb Jahre Zuchthaus.

Der Angeklagte sprach von seiner Einsamkeit, von Beziehungen mit Frauen, Gewissensbissen und Alkoholproblemen. Das Gericht beurteilte ihn als leicht vermindert zurechnungsfähig.

Der Verurteilte habe seine Vertrauensstellung als Pfarrer, Firmgötti und Freund der Familie ausgenützt, schreibt das Kreisgericht.

Als strafmindernd berücksichtigte es das Geständnis, die Reue, den guten Leumund des Pfarrers und dessen hohe Strafempfindlichkeit.

Anerkannt hat der Pfarrer die Schadenersatzforderung des Opfers von rund 6500 Franken. Zudem zahlt er ihm eine Genugtuung von 50 000 Franken.

(bsk/sda)

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